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Artikel

Digitale Transformation:
Neuen Schwung für nachhaltige Digitalisierung nutzen

15

Mai
2020

Veröffentlicht am 15.05.2020

Foto: CC0 1.0, Pixabay / geralt / Ausschnitt bearbeitet

Die Corona-Krise sorgt in vielen Bereichen für einen regelrechten Digitalisierungsschub. Der Bitkom legt mit seinem “Digitalpakt Deutschland” Vorschläge vor, wie dieser Schub nachhaltig für die Digitalisierung Deutschlands und einen wirtschaftlichen Aufschwung genutzt werden könnte.

“Deutschland hat sich verbessert, andere Länder sind schneller”, titelt der aktuelle Cisco Digital Readiness Index 2019. Entwickelt wurde das internationale Digitalisierungs-Ranking von dem US-amerikanischen Telekommunikations- und IT-Unternehmen Cisco und dem Marktforschungsinstitut Gartner. Ziel der internationalen Vergleichsstudie ist, die digitale Transformation eines Landes zu messen und darüber Aufschluss zu geben, wo einzelne Länder ansetzen können, um sich zu verbessern. Nach einer bemerkenswerten Platzierung auf Rang 6 im Vorjahr, liegt Deutschland für das Jahr 2019 nunmehr auf Platz 14 und droht scheinbar den Anschluss zu verlieren.

Dabei sehen wir gerade in der Corona-Krise, wie ein digitales Deutschland funktionieren kann: Am täglichen Meeting per Videokonferenz von zuhause aus teilnehmen oder mit Hilfe digitaler Lösungen im virtuellen Klassenzimmer beschult werden. Was noch vor wenigen Wochen eine Seltenheit war, ist bei der Krisenbewältigung schnell zur Normalität geworden. Innerhalb kürzester Zeit haben Verwaltung, Unternehmen und Schulen auf digitale Formate umgestellt. Dabei hat die Corona-Krise selbst in Bereichen wie der Kunst und Kultur für einen Digitalisierungsschub gesorgt. Diese Entwicklungen machen Mut. Kann sich dieser digitale Ruck verstetigen lassen und uns sogar dabei helfen, Wirtschaft und Gesellschaft aus der Krise zubringen? Welche Maßnahmen dabei helfen könnten, zeigt der Digitalverband Bitkom.

Nachhaltiger Aufschwung durch Digitalisierung

Finanzielle Unterstützung für nachhaltige Digitalisierungsmaßnahmen von Unternehmen, steuerliche Vorteile für Arbeitnehmer*innen im Homeoffice, die digitale Transformation von Verwaltung und Schulen vorantreiben sowie Investitionen für einen “Infrastruktur-Boost”: Der Bitkom liefert mit dem Digitalpakt Deutschland Vorschläge für ein 15 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket, dass Deutschland aus der Krise und in Sachen Digitalisierung weiter nach vorne bringen soll. “Es darf nicht nur darum gehen, irgendwie durch die Corona-Krise zu kommen. Jetzt müssen wir die Grundlagen für künftiges Wachstum legen. Dazu brauchen wir langfristig wirksame regulatorische Maßnahmen – eine Art digitaler Frühjahrsputz für mehr Innovationen”, betont Bitkom-Präsident Achim Berg.

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Um die digitale Transformation in der Wirtschaft voranzutreiben, sollen Unternehmen “Digitalgutscheine” im Wert von bis zu 10.000 Euro erhalten – damit soll der Staat gezielt neue Technologien und nachhaltige Prozesse fördern. Ähnliches fordert der Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) mit einer sogenannten “Digitalprämie”: Unternehmen sollen für Investitionen bis zu 100.000 Euro in Software und Hardware oder die Weiterbildung von Mitarbeiter*innen einen Zuschuss von 20 Prozent erhalten.

Mit einem Homeoffice-Bonus ist seitens des Bitkom auch an die Arbeitnehmer*innen gedacht: Für das aktuelle Krisenjahr 2020 soll ganz unbürokratisch ein einmaliger Steuerbonus gewährt werden, der den Kosten für die Ausstattung des häuslichen Arbeitsplatzes entsprechen soll. Um den Trend zum Homeoffice zu flankieren, sollen Arbeitnehmer*innen ab 2021 die Kosten für den Heimarbeitsplatz bis zu einem Betrag von 1.250 Euro pauschal von der Steuer absetzen dürfen. Damit ist sowohl eine Stärkung der Binnennachfrage, als auch eine Entlastung der Umwelt beabsichtigt – denn die regelmäßige Runde im Homeoffice minimiert den Pendlerverkehr. Neben diesen rein finanziellen Anreizen, soll der Staat aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Heimarbeit verbessern: “Die Möglichkeit zur Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit sowie die Flexibilisierung der vorgeschriebenen 11-stündigen Ruhezeit sind dafür zwei essentielle Stellschrauben”, schreibt der Bitkom.

Geld für Verwaltung und digitale Bildung

Um der Digitalisierung des öffentlichen Sektors einen Schub zu verpassen, fordert der Bitkom eine breit angelegte, zwischen Bund und Ländern klar abgestimmte Verwaltungsmodernisierung. Mit rund 1,5 Milliarden Euro soll die technische Ausstattung auf Vordermann gebracht und die Digitalisierung von Prozessen befördert werden. Ziel soll es sein, “dass alle staatlichen Leistungen künftig schnell digital beantragt werden können”. In Ergänzung zum Digitalpakt Schule sollen auch zusätzliche Mittel für die digitale Bildung bereitgestellt werden – beispielsweise für mehr digitale Lehrinhalte, Lizenzen und Plattformen. Die jüngst beschlossene Einmal-Förderung bedürftiger Familien zur Anschaffung von Geräten für das Homeschooling in Höhe von 150 Euro soll verdoppelt und als sogenanntes “digitales Kindergeld” verstetigt werden. Dafür veranschlagt der Bitkom 2,3 Milliarden Euro.

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Schließlich sollte aus Sicht des Verbandes auch der Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur mit rund 500 Millionen Euro gefördert werden. Hierzu schlägt der Bitkom weniger Regularien und die Bereitstellung öffentlicher Liegenschaften für den Mobilfunkausbau vor. Durch die Offenheit für innovative Verlegemethoden und gezielte Anreize für private Investitionen soll auch der Glasfaserausbau vorangetrieben werden. Zusätzlich soll die Versorgung mit Breitbandinternet via Satellit in die Planung miteinbezogen werden.

“Ein Digitalpakt Deutschland, der seinem Namen gerecht wird, muss zudem die vernetzte Infrastruktur in Städten und Regionen voranbringen.” Hierzu schlägt der Bitkom ein “Sofortprogramm Smart Mobility” vor, dass den Einsatz von Technologien für intelligente Verkehrswege fördern soll. Dafür soll der Bund den Kommunen 500 Millionen Euro bereitstellen. “Insgesamt können damit die digitale Wettbewerbsfähigkeit im Infrastrukturbereich gestärkt und privatwirtschaftliche Investitionen angeregt werden” – ein wichtiger Schritt, um Deutschland im internationalen Digitalisierungs-Wettbewerb wieder in Spitzenposition zu bringen.

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