#DataDebates: Votings widersprechen der vielzitierten KI-Umfrage von YouGov

Hintergrundgrafik Montage: CC0 1.0, Pixabay / tommyvideo / Ausschnitt bearbeitet
Hintergrundgrafik Montage: CC0 1.0, Pixabay / tommyvideo / Ausschnitt bearbeitet
Veröffentlicht am 25.09.2018

Hintergrundgrafik Montage: CC0 1.0, Pixabay / tommyvideo / Ausschnitt bearbeitet
Bei der künstlichen Intelligenz (KI) sind sie erstaunlich einig. Nur bei einer Frage gibt es größere Unterschiede in den Voting-Ergebnissen, die auf Twitter und im Telefónica BASECAMP bei der zehnten Ausgabe der Tagesspiegel Data Debates eingingen. Insgesamt zeigt sich, dass unsere Besucher und Twitter-Follower die Veränderungen positiv aufnehmen, die durch KI auf uns zukommen.

Wer hätte das gedacht? Als am 11. September die letzten Vorbereitungen für unsere Veranstaltung liefen, die um 19 Uhr beginnen sollte, kam eine Umfrage von YouGov heraus: „Deutsche sehen eher die Risiken als den Nutzen von künstlicher Intelligenz“, war der Titel, der sich schnell in den Medien verbreitete. Die Meinungsforscher hatten 2.000 Personen ab 18 Jahren repräsentativ befragt und kamen zu dem Ergebnis, dass „die Deutschen dem Einsatz von künstlicher Intelligenz im Allgemeinen eher skeptisch gegenüberstehen“. Das ließ einige Kritik an KI bei unseren Abstimmungen erwarten. Doch es kam anders.

Telefónica BASECAMP: 92% sehen KI als Chance statt Risiko

Wir sollten die neue Technik positiv sehen, ihre Chancen erkennen und unser Leben damit gestalten“, sagte der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil schon bei seinem Eröffnungsvortrag. Und auch die anschließende Debatte mit Richard Benjamins, Data & Artificial Intelligence Ambassador des weltweiten Telefónica-Konzerns, Isabella Hermann, Koordinatorin des Forschungsprojektes für Verantwortung im digitalen Zeitalter der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, und Ralf Herbrich, Leiter des weltweiten Forscher- und Entwicklerteams für KI beim Online-Riesen Amazon, zeigte vor allem Möglichkeiten, die sich durch künstliche Intelligenz eröffnen.

Diese Einstellung spiegelte sich auch in den Abstimmungen des Publikums: Ganze 92 Prozent der Teilnehmer des ersten Smartphone-Votings im Telefónica BASECAMP sahen den Einsatz von künstlicher Intelligenz „mehr als Chance für die Gesellschaft an. Nur drei Prozent stimmten für „mehr als Risiko“ und fünf Prozent für „keines von beiden“. Auch bei Twitter stimmte die absolute Mehrheit von 58 Prozent für „mehr als Chance“. Das ist das genaue Gegenteil der Ergebnisse von YouGov. Es lässt vermuten, dass unser Publikum zu den Vorreitern der neuen Entwicklung gehört, die sich gut auf die Zukunft mit der künstlichen Intelligenz vorbereitet sehen.

DataDebates-10-Umfrage-1280x720
Foto: Henrik Andree

Deshalb stimmten auch beide Gruppen mit 59 Prozent gegen die Aussage, dass KI „mehr Arbeitsplätze vernichtet als sie schafft“. Und der Befürchtung von Stephen Hawking, dass „KI die Menschen insgesamt ersetzen kann“, schloss sich nur eine Minderheit an: Im Telefónica BASECAMP stimmten 57 Prozent dagegen und bei Twitter sogar 75 Prozent. Doch bei der Frage, ob man den lernenden Maschinen auch ethische Prinzipien für ihr Handeln beibringen kann, waren sich beide Gruppen uneinig. Im Telefónica BASECAMP stimmten 70 Prozent dagegen und bei Twitter war eine knappe Mehrheit von 48 Prozent der abgegebenen Stimmen dafür.

Doch auch dieser Bereich entwickelt sich schneller, als viele erwarten. Google hat bereits Ethik-Regeln für lernende Maschinen aufgestellt und will sie künftig bei der Entwicklung seiner KI-Systeme berücksichtigen. Der Suchmaschinenkonzern schloss sich außerdem mit Amazon, Microsoft, Facebook, Zalando und vielen anderen Unternehmen in der Partnership on AI zusammen, damit daraus weltweite Standards entstehen. Durch solche Initiativen wird die „ethisch-moralische Debatte über KI“ vorangetrieben, die Lars Klingbeil bei den Tagesspiegel Data Debates im Telefónica BASECAMP forderte, und in den Algorithmen für künstliche Intelligenz umgesetzt.

Twitter BASECAMP
Sehen Sie den KI-Einsatz mehr als Chance oder als Risiko für die Gesellschaft an?
Mehr als Chance. 58 % 92 %
Mehr als Risiko. 26 % 3 %
Keines von beiden. 13 % 5 %
Keine Angabe. 3 % 0 %
Wer hat bei künstlicher Intelligenz die Nase vorn?
Europa. 5 % 1 %
Deutschland. 7 % 6 %
USA. 37 % 49 %
China. 51 % 44 %
„KI vernichtet mehr Arbeitsplätze als sie schafft.“ Stimmen sie dieser Aussage zu?
Stimme voll und ganz zu. 16 % 11 %
Stimme eher zu. 25 % 29 %
Stimme eher nicht zu. 31 % 41 %
Stimme nicht zu. 28 % 18 %
Keine Angabe. 0 % 1 %
Können wir KI-Maschinen beibringen, nach ethischen Prinzipien zu handeln?
Nein, es wird Maschinen nie möglich sein, Empathie zu empfinden, und das ist der wichtigste ethische Grundstein. 20 % 15 %
Es wird nur ungenügend gelingen. 50 % 30 %
Ja, Maschinen werden bei richtiger Programmierung ähnlich ethisch handeln wie Menschen. 17 % 36 %
Ja, mit den richtigen Algorithmen werden Maschinen ethisch korrekter handeln als Menschen. 13 % 12 %
Keine Angabe. 0 % 7 %
„Ich fürchte, dass KI die Menschen insgesamt ersetzen kann.“ Stimmen Sie dieser Aussage von Stephen Hawkings (2017) zu?
Stimme voll und ganz zu. 21 % 6 %
Stimme eher zu. 22 % 15 %
Stimme eher nicht zu. 30 % 17 %
Stimme nicht zu. 27 % 58 %
Keine Angabe. 0 % 4 %


Infografik: Twitter-Abstimmungen bei der neunten Ausgabe der Tagesspiegel Data Debates.

Infografik DataDebates
Alle Infografiken finden Sie in diesem Flickr-Album

Schlagworte

Empfehlung der Redaktion