Cybermobbing: Initiative gegen Hass im Netz

Screenshot: wakeup.jetzt
Mit WAKE UP! engagiert sich O2 gegen Cybermobbing.
Veröffentlicht am 18.09.2020

Foto: wakeup.jetzt
Beleidigung, Bedrohung, Ausgrenzung – in den sozialen Medien werden täglich unzählige Menschen mit blankem Hass überschüttet. Die Initiative „WAKE UP!“ von O2 und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia Diensteanbieter (FSM) will junge Menschen gegen Erniedrigung und Mobbing im Netz sensibilisieren.

Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen Wochen das Zusammenleben und das Kommunikationsverhalten maßgeblich verändert. Dank WhatsApp & Co. konnten wir selbst zu Zeiten der gesellschaftlichen Isolation rund um die Uhr miteinander in Kontakt bleiben – sei es durch Videochats, Telefonate oder Textnachrichten. Auch Kinder und Jugendliche verbringen seit den weitreichenden Maßnahmen während der Corona-Pandemie und den Schulschließungen mehr Zeit im Internet. In diesem Umfeld beobachtet das Bundeskriminalamt eine Zunahme von Falschmeldungen, extremistischer Propaganda aber auch Cybermobbing. Einmal veröffentlicht, verbreiten sich diffamierende Inhalte schnell und erreichen einen unüberschaubaren Empfängerkreis. 

Neues Jugendmedienschutzgesetz

Der aktuelle Jahresbericht des gemeinsamen Kompetenzzentrums von Bund und Ländern für den „Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet“ zeigt auf, mit welchen Risiken junge Menschen im Netz konfrontiert sind – von jugendgefährdenden Inhalten bis Interaktionsrisiken wie Mobbing oder Belästigung. Betreiber*innen sozialer Netzwerke täten bisher zu wenig, um Jugendliche vorsorglich durch Voreinstellungen, Hilfesysteme und Meldemechanismen zu schützen. Zum Beispiel biete keine Plattform Accounts an, die sicher vorkonfiguriert seien. Außerdem würden Inhalte, die gegen den Jugendschutz verstoßen, zu selten gelöscht. In einem Videostatement fordert Stefan Glaser, Leiter von jugendschutz.net, Jugendschutz als Bestandteil der Unternehmensphilosophie von Internetanbietern mitzudenken.

Mit WAKE UP! engagiert sich O2 gegen Cybermobbing.

Im Februar hat das Familienministerium (BMFSFJ) daher auf Basis des Koalitionsvertrags zwischen CDU, CSU und SPD einen Entwurf zur Reform des Jugendmedienschutzgesetzes veröffentlicht. Anbieter, die mehr als eine Million Nutzer*innen haben, wie Instagram, WhatsApp oder TikTok, sollen zu technischen Vorsorgemaßnahmen verpflichtet werden, um Kinder und Jugendliche im Netz besser vor Mobbing, sexueller Anmache und auch Kostenfallen zu schützen. Laut Familienministerin Franziska Giffey (SPD) müsse auch der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) mehr Kompetenzen eingeräumt werden. Der Entwurf sieht vor, an Stelle der BPjM eine neue und größere Behörde zu setzen. Diese soll zusammen mit der Kommission für Jugendmedienschutz der Bundesländer über die Indizierung von Inhalten entscheiden sowie Medienanbieter*innen beim Jugendschutz beraten und unterstützen. Der Entwurf des Familienministeriums ist allerdings noch nicht vom Bundeskabinett beschlossen worden.

„WAKE UP!“

Aber nicht nur Regulierung kann Kinder und Jugendliche schützen. Auch viele private Initiativen schaffen Aufmerksamkeit für Gefahren im Netz und stärken die digitale Kompetenz der jungen Internetnutzer*innen.Ein Beispiel ist die neue Initiative „WAKE UP!“ der Telefónica Marke O2. Gemeinsam mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia Diensteanbieter  (FSM) und Yaez, der Agentur für Bildungskommunikation, will Telefónica die digitale Souveränität von Jugendlichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.

Die eduStories zum Thema Cybermobbing umfassen drei Module.

Im Rahmen der Initiative wurde dazu eine sechsteilige Webserie sowie drei Lernmodule – sogenannte eduStories – zum Thema Cybermobbing entwickelt. Darin erfahren Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern, was Cybermobbing ist und wie sie zu einem fairen, respektvollen Umgang im Netz beitragen können. Hinter dem Projekt steckt ein pädagogisches Konzept. Durch die interaktive Kompetenzvermittlung können die Inhalte der Initiative auch an Schulen sowie auf Workshops, Messen und Events eingesetzt werden.

Webserie WAKE UP! Folge 1
Cybermobbing? Tom hat keine Ahnung!

Schlagworte

Empfehlung der Redaktion