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Foto: Henrik Andree
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Moonshots for Europe: futur/io-Experten über die Zukunft des alten Kontinents

16

Apr
2019

Veröffentlicht am 16.04.2019

Foto: Henrik Andree
Im Januar veröffentlichte das futur/io sein Buch “Moonshots for Europe”. Darin erklären die Experten des “European Institute for Exponential Technologies & Desirable Futures”  ihre Digitalisierungs- und Innovationsvorschläge für ein zukunftsfähiges Europa. Vier davon kamen in der vergangenen Woche auf die Bühne im Telefónica BASECAMP, um vor der Europawahl über ihre Ideen zu diskutieren.

Wie wollen wir künftig in Europa leben?”, fragte Harald Neidhardt, Gründer, Kurator und CEO von futur/io, zur Eröffnung des Abends. Für ihn steht fest: Der Kontinent ist auf einem guten Weg, aber die Europäer müssen noch entschlossener die Herausforderungen der Zukunft annehmen. Dazu gehöre auch, politischer zu werden und sich aktiv für ein digitales Europa einzusetzen.

Künstliche Intelligenz: Besser mit humanistischen Werten

Dr. Monique Calisti konzentrierte sich in ihrem Vortrag auf die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Die CEO der Schweizer Innovationsagentur Martel Innovate sieht darin eine “jahrhundertealte Liebesgeschichte, die in der Zukunft fortgeführt wird”. Auch wenn viele Europäer noch Bedenken hätten, solle man nicht vergessen, wie intelligente Maschinen unser Leben schon heute bereichern. Eine übertriebene Sentimentalität sei fehl am Platz. Vielmehr könne diese erfolgreiche Beziehung unsere Kinder schützen und die Welt, in der sie leben.

Dr. Monique Calisti, CEO der Schweizer Innovationsagentur Martel Innovate | Foto: Henrik Andree

Für Calisti sind moderne Techniken vor allem wertvolle Werkzeuge, um Menschen zu stärken und Möglichkeiten zu eröffnen. Europa solle im Umgang mit Zukunftstechnologien eine Führungsrolle einnehmen, indem es die Entwicklung von künstlicher Intelligenz mit seinen humanistischen Werten verknüpft. Die Europäer seien wichtige Akteure im Internet und sollten von den Möglichkeiten der Technik profitieren, statt sich zu ängstigen. “Wir müssen sicherstellen, dass diese digitalen Räume ein sicherer Ort für uns in Europa sind“, sagte die Innovationsexpertin.

Open Data: Für eine erfolgreiche Forschung

Bei der anschließenden Paneldiskussion stimmte Jennifer Schenker zu. “Die neue Technik bietet großartige Möglichkeiten, um die Gesellschaft mit europäischen Werten zu gestalten”, sagte die Chefredakteurin des Online-Magazins The Innovator. Gleichzeitig fehle aber eine Vision, wie europäische Innovatoren mit einer gemeinsamen Stimme sprechen könnten. Eine Bündelung der innovativen Kräfte und eine Zentralisierung der Datenbestände wären wichtige Schritte in die Zukunft.

Sten-Kristian Saluveer, Head des Storytek-Netzwerks, Dr. Monique Calisti, CEO der Schweizer Innovationsagentur Martel Innovate, Jennifer Schenker, Editor in Chef des Magazins The Innovator, Bart de Witte, Gründer der HIPPO AI Foundation, und Harald Neidhardt, Gründer, Kurator und CEO von futur/io | Foto: Henrik Andree

Dieser Punkt war auch für Bart de Witte wichtig. Als Gründer der HIPPO AI Foundation setzt er sich dafür ein, dass medizinisches Wissen mit KI und Open Data weltweit geteilt werden kann. Wer beispielsweise Krebs heilen will, der brauche dafür Unmengen von Daten. Die seien aber nutzlos, solang es in Europa keinen zentralisierten Zugriff und standardisierte Methoden zur Archivierung dieser Daten gibt. Die aktuelle Situation hindere Forscher daran, ihr Wissen effizient und grenzübergreifend zu teilen.

Europa als Gefühl: Zukunft nicht nur Politikern überlassen

Sten-Kristian Saluveer sieht die Standardisierung ebenfalls als wichtigen Baustein. Die Lage sei jedoch noch komplizierter und erfordere weitere Lösungen, sagte der Leiter des estnischen Startup-Inkubators Storytek. Jeder Europäer sei gefordert: “Wir müssen aufhören zu denken, dass sich die Politik um die Zukunft kümmern soll”, erklärte der Politik-Stratege und Filmproduzent. “Wir müssen selbst die Initiative ergreifen und zwar heute. Indem wir zum Beispiel unser Wissen konkret mit unseren Abgeordneten teilen.

Europa müsse sich von einem Konzept zu einem Gefühl entwickeln, damit die Bewohner des alten Kontinents selbst aktiv werden, forderte der Moderator Harald Neidhardt. Doch es sei noch mehr nötig: Visionäre brauchen Geld, um ihre innovativen Techniken zu entwickeln. Es seien also mutige Investoren gefragt, um die Zukunftsprojekte unterstützen. Und zwar nicht erst in ein paar Jahren, sondern genau jetzt.

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