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McKinsey-Studie: Wie KI die Armut bekämpfen kann

28

Aug
2019

Veröffentlicht am 28.08.2019

Foto: CC0 1.0, Pixabay User geralt | Ausschnitt angepasst
Um die gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen, kann künstliche Intelligenz (KI) eine große Hilfe sein. Das ist das Ergebnis einer Studie des McKinsey Global Institute (MGI): Notes from the AI frontier. Applying AI for social good. Die Forscher untersuchten, wie KI im Kampf gegen den Hunger sowie für eine bessere Gesundheit und mehr Bildung, Sicherheit oder Gleichstellung genutzt werden kann. Unternehmen können durch Einsatz in diesem Bereich ihre Corporate Digital Responsibility belegen.

Künstliche Intelligenz ist kein Allheilmittel für die Probleme dieser Welt, aber sie kann erheblich zum Wohl der Gesellschaft beitragen, bestehende soziale Bemühungen erweitern und in einigen Fällen revolutionäre Verbesserungen bewirken”, sagt Peter Breuer, KI-Experte und Seniorpartner im Kölner Büro von McKinsey. “Die größte Herausforderung ist, diese Lösungen weiterzuentwickeln und einsatzreif zu machen.” Anhand von rund 160 Beispielen zeigt die Studie, wie KI-Anwendungen zur Verwirklichung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen beitragen können, die alle Mitgliedsstaaten bis 2030 erreichen sollen.

KI-Hilfe: Für Entwicklungsländer und Industriestaaten

Die neuen Technologien könnten weltweit hunderten Millionen Menschen helfen, sowohl in Entwicklungs- als auch in Industrieländern. Wie die gesellschaftliche Wirkung von künstlicher Intelligenz aussehen kann, veranschaulicht die Studie mit detaillierten Praxisbeispielen. Dazu gehören eine KI-basierte Smartphone-App, die Blinden hilft, sich in ihrer Umgebung besser zurechtzufinden, und KI-Systeme, die enorme Datenmengen aus unkonventionellen Quellen verarbeiten, um zu ermöglichen, dass in Entwicklungsländern Millionen von Menschen ein Bankkonto eröffnen können, aber auch Lösungen, die Satelliten- oder Drohnenaufnahmen mit KI-Technologien auswerten, um beispielsweise nach einem Hurrikan überflutete Straßen zu ermitteln.

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In den vier Bereichen Gesundheit und Hunger, Bildung, Sicherheit und Justiz sowie Gleichstellung und Integration können KI-basierte Lösungen nach den MGI-Analysen besonders häufig zum Einsatz kommen. Allein im Bildungssektor könnten 1,5 Milliarden Schüler von adaptiven Technologien profitieren, die Lerninhalte auf das Niveau jedes einzelnen Schülers anpassen. In der Entwicklungshilfe kann KI mittels niedrig gelegener Sensoren und Smartphones zur Früherkennung von Pflanzenschäden eingesetzt werden, um Kleinstbauern vor Ernteausfällen zu schützen. Zukünftig könnte auch Edge-Computing-Technologie den ärmsten Landwirten die Tür zu einem datenbasierten landwirtschaftlichen Betrieb mit höheren Ertragschancen ermöglichen.

CDR: Daten für hilfreiche Analysen bereitstellen

Mehrere KI-Methoden, vor allem maschinelles Sehen und Natural Language Processing, sind für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen besonders geeignet. Durch die Analyse von Bildern, Videos und Texten erkennen sie Muster, klassifizieren diese und treffen Prognosen. Anwendungsmöglichkeiten für Deep Learning sind ebenso realisierbar. Im Bereich der Gleichstellung und Inklusion könnten Individuen z.B. automatisch für Sozialleistungsprogramme angemeldet werden, von denen sie bislang nichts wussten.

Doch bislang wird erst in einem Drittel der möglichen Anwendungsfälle überhaupt KI eingesetzt. Größte Hindernisse beim Einsatz für soziale Zwecke sind die Themen Datenverfügbarkeit und qualifiziertes Personal. Oft sind Daten, die sich zum Wohl der Gesellschaft einsetzen ließen, in Privatbesitz und stehen deshalb gemeinnützigen oder Nichtregierungsorganisationen nicht zur Verfügung. Es gehört zur Corporate Digital Responsibility (CDR) von Unternehmen, sie anonymisiert für Analysen zur Verbesserung unserer Lebensbedingungen bereitzustellen, wie es beispielsweise bei Telefónica Deutschland geschieht. In anderen Fällen seien bürokratische Strukturen dafür verantwortlich, sagt McKinsey, dass Daten unter Verschluss bleiben, die sozialen Zwecken dienen könnten. Obwohl sie für den Datenschutz nicht sensibel sind.

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