Living-in.eu: Digitale Lösungen für ein besseres Leben in Europa

Veröffentlicht am 22.01.2021

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Ein Zusammenschluss aus Politik und Zivilgesellschaft will eine nachhaltige digitale Transformation von Europas Städten vorantreiben. Bei der Entwicklung passender digitaler Lösungen soll nun eine neue Plattform helfen. Dabei baut die Bewegung vor allem auf europäische Werte.

Mit digitalen Diensten und Technologien können wir unsere Städte und Gemeinden effizienter und nachhaltiger gestalten. Sei es durch Zugewinne an Energieeffizienz, intelligenter und vernetzter Mobilität oder durch den Zugang zu digitalen öffentlichen Diensten. Bisher wurden die Potenziale, die in einer solchen Digitalisierung stecken, in Europa jedoch nur in einzelnen Städten gehoben. Das will ein Zusammenschluss politischer und gesellschaftlicher Akteure ändern.

Die europäische Bewegung living-in.eu ist eine Kooperation des internationalen Smart City-Netzwerks Open & Agile Smart Cities (OASC), des Netzwerks europäischer Großstädte EUROCITIES und des Reallaborverbands European Network of Living Labs (ENoLL). Die Partner fordern alle politischen Ebenen in der Europäischen Union (EU) dazu auf, ihre Kräfte zu bündeln, um die digitale Transformation der Städte und Gemeinden voranzutreiben. Unterstützt werden sie dabei von der Europäischen Kommission und dem Europäischen Ausschuss der Regionen (AdR).

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Um Europas Städte gezielt zu unterstützen, wurde die living-in.eu-Plattform ins Leben gerufen. Diese soll die Akteure untereinander vernetzen und dazu befähigen, auf lokaler Ebene gemeinsam digitale Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Dabei werden die Erfahrungen beispielhafter Pilotprojekte aus der EU genutzt und eigene Projektideen gefördert. Ihre Premiere feierte die Plattform am 13.01.2021 bei der ersten Ausgabe der Smart City-Fachkonferenz CITYxCITY.

Mehr Nachhaltigkeit dank digitalem Zwilling

Zum Start präsentiert die living-in.eu-Plattform derzeit Smart City-Lösungen wie die Urban Data Platform. Dabei handelt es sich um eine Cloud-Lösung für Städte, die auf offenen Schnittstellen basiert und zur transparenten Bereitstellung von Daten dient. Als Zentrum für alle Daten aus dem städtischen Gefüge sind solche Plattformen das Herz der urbanen digitalen Transformation. Von hier aus können Daten dann an städtische Dienste oder Drittanbieter weitergegeben werden, um digitale Innovationen und Dienste zu ermöglichen. Angefangen beim intelligenten Routenplaner mit Echtzeitdaten bis hin zum digitalen Zwilling. Letzteres ist auch Gegenstand des Projekts Urban Digital Twins.

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Digitale Zwillinge bilden reale Objekte in einem digitalen Modell ab und können über Sensoren mit der realen Welt gekoppelt sein. GPS-Daten der öffentlichen Verkehrsmittel, Wetterdaten, der Wasserstand von Flüssen, der Grad der Luftverschmutzung auf der Hauptstraße oder sogar die Anzahl der Passanten in belebten Straßen: Fast alles kann von Sensoren erfasst werden. Der digitale Doppelgänger integriert diese Daten der städtischen Infrastruktur und macht sie für Echtzeit-Analysen, Visualisierungen und Simulationen nutzbar.

Die Einsatzbereiche eines solchen digitalen Zwillings sind vielfältig und werden von den Bedürfnissen der jeweiligen Stadt bestimmt. Finnlands Hauptstadt Helsinki will beispielsweise bis 2035 CO2-neutral sein. Fahrradstädte wie Amsterdam und Kopenhagen legen wiederum einen Schwerpunkt auf Mobilität. Unabhängig von den jeweiligen Zielen: Die virtuellen Doppelgänger können mit Hilfe von Daten aus dem gesamten städtischen Raum bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Somit werden Digital Urban Twins zu einem zentralen Bestandteil einer nachhaltigen digitalen Transformation unserer Städte.

Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger*innen

Die Richtung bei der Zusammenarbeit bestimmt die Erklärung „Join, Boost, Sustain“. Darin sind Grundsätze geregelt wie ein bürgernaher sowie stadtgeführter Ansatz und der Einsatz von Technologien als Schlüsselfaktoren. Maßgebend ist dabei ein ethischer, sozialverantwortlicher Umgang mit Daten und die Nutzung interoperabler digitaler Plattformen. Diese sollen mit offenen Standards und gemeinsamen Datenmodellen arbeiten. Die Erklärung wurde bis dato von Insgesamt 83 europäischen Städten aus 17 EU-Ländern unterzeichnet. Darunter finden sich neben Metropolen wie Amsterdam und Helsinki auch deutsche Städte wie Magdeburg und Dortmund.

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Bei der Entwicklung und Umsetzung von Projekten soll den Bürger*innen eine Schlüsselrolle zukommen: living-in.eu verfolgt den Ansatz der Co-Creation, der einen gemeinschaftlichen Schöpfungsprozess vorsieht. „Die Verbindung und Interaktion mit den Menschen, während sie gleichzeitig in die Lage versetzt werden, sich in die Politikgestaltung einzubringen und Lösungen zu finden, ist entscheidend für erfolgreiche, intelligente Städte und Gemeinden“ heißt es dazu in der Erklärung. All dies gehört zum „Europäischen Weg“ der Initiative, der auf ein inklusives und nachhaltiges digitales Europa zielt.

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