Mobilfunk einfach erklärt: Was ist das i14y Lab?

Veröffentlicht am 29.04.2024

Open RAN gilt als ein wichtiger Meilenstein für den Mobilfunkausbau und hat das Potenzial, die Mobilfunknetze zu revolutionieren. Über die Idee dahinter haben wir hier im BASECAMP-Blog schon häufiger berichtet. Damit das Ökosystem offenerer Funkzugangsnetze weiter wachsen kann, gibt es das i14y Lab. Was es damit auf sich hat und warum das Labor wichtig ist, wird hier erklärt.

Der Mobilfunk als zentraler Baustein unserer heutigen Telekommunikation beruht bisher auf geschlossenen und herstellergebundenen Funkzugangsnetzen. Das heißt, dass die Betreiber der Mobilfunkinfrastruktur an die Netzwerkausrüstung eines bestimmten Herstellers gebunden sind. Die nun angestrebte Trennung von Hard- und Software soll es ermöglichen, einzelne Teile im Netz gegen die eines anderen Herstellers austauschen zu können, ohne die gesamte Infrastruktur umbauen zu müssen. Dies könnte zu einem schnelleren Mobilfunkausbau, mehr Wettbewerb und Anbietervielfalt sowie zu einer geringeren Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten führen. Soweit die Theorie.

Offene Testumgebung für ein offenes Ökosystem

Um diesen offenen Ansatz auch praxisnah voranzubringen, wurde 2021 das i14y Lab in Berlin gegründet. Unter dem Slogan „Open RAN, open lab, open collaboration” wird dort in einer herstellerneutralen Testumgebung an der technischen Standardisierung und Interoperabilität der Komponenten in den Zugangsnetzen gearbeitet – wie auch der Name i14y bezeugt, der für „interoperability“ steht. Durch den neutralen und offenen Raum können relevantes Wissen geteilt und die Kombination verschiedener Netzkomponenten unterschiedlicher Hersteller getestet werden. Zudem können in diesem Rahmen die gefundenen technischen Lösungen gemeinsam mit den relevanten Industriegremien geprüft und zertifiziert werden.

Durch eine standardisierte Prüfung und Zertifizierung sollen die Open RAN-Komponenten letztlich marktreif gemacht werden und einfacherer eingeführt werden können. Denn das zentrale Ziel des Labs besteht darin, die Open RAN-Technologie als innovatives und offenes Ökosystem auf breiter Ebene kommerziell nutzbar zu machen. Zugleich soll durch die Entwicklung vielseitig kompatibler Hard- und Software die Anbieterlandschaft diversifiziert und erweitert werden. Beide Aspekte würden letztlich dazu beitragen, den Wettbewerb und die Innovation im Telekommunikationssektor fördern.

Kooperation im Konsortium

Das Labor begünstigt außerdem eine neue Art der Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern, Herstellern, Start-ups und Forschungseinrichtungen. Es wird von einem Konsortium betrieben, dem unter anderem Telefónica Deutschland, Nokia, Deutsche Telekom, die TU Berlin, das European Advanced Networking Test Center (EANTC) und das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut angehören. Dadurch werden eine breite Expertise und Ressourcenbasis für das Projekt sichergestellt, das zudem vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr initial mit 17 Millionen Euro gefördert wurde.

Telefónica Deutschland leistet einen wichtigen Beitrag zum i14y Lab, in dem das Unternehmen beim grundlegenden Design des Labs unterstützt und es an eigene Labore angebunden hat, Interoperabilitätstests durchführt und die Open RAN-Produkte analysiert und bewertet.

Speziell an der Kooperation im i14y Lab zeigt sich, dass es nicht nur ein technisches Experiment ist, sondern ein entscheidender Schritt in Richtung einer offeneren und vielfältigeren Telekommunikationslandschaft. Durch die Erforschung und Förderung von Open RAN-Technologien trägt das Labor darüber hinaus dazu bei, Deutschland und Europa als wichtiges Zentrum für Telekommunikationsinnovation zu positionieren und die Mobilfunknetze noch flexibler, innovativer und wettbewerbsfähiger zu machen.

Event-Hinweis

Wenn Ihr die Arbeit des i14y Labs kennenlernen möchtet, kommt zum i14Summit am 12. September 2024 in der Lanolinfabrik in Berlin.

Mehr Informationen:

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Mobilfunk der Zukunft: Die Bedeutung von Open RAN

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