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Arbeitsmarkt-Studie: Welche Chancen für Frauen birgt die Digitalisierung?

28

Okt
2019

Veröffentlicht am 28.10.2019

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Das Arbeitsleben von zehn Millionen Frauen weltweit wird sich durch fortschreitende Digitalisierung innerhalb des nächsten Jahrzehnts maßgeblich verändern – das besagt ein aktueller Bericht des McKinsey Global Institute. Zwar besteht die Gefahr weiterwachsender Lohnunterschiede, gleichzeitig wächst aber das Potential für Frauen auf dem Arbeitsmarkt durch bessere Chancen und höhere Löhne.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt gehört zu den wichtigsten gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Jeder fünfte Beschäftigte, egal ob Mann oder Frau, könnte in zehn Jahren durch Automatisierung seinen bisherigen Job verlieren. Zu diesem Schluss kommt die Studie The future of women at work: Transitions in an age of automation des McKinsey Global Institute (MGI). Dafür wurden verschiedene Automatisierungsszenarien für zehn Länder entwickelt, unter anderem für Deutschland. Laut Studie sind hierzulande Frauen und Männer gleichermaßen von den Auswirkungen der Digitalisierung betroffen. Frauen müssten jedoch stärker in ihre Qualifizierung investieren, um vom Wandel am Arbeitsmarkt zu profitieren. Ein wichtiges Potential, das auch Telefónica Deutschland erkannt und fest in seine Geschäftsprinzipien verankert hat. Der Konzern ist nicht nur eines der wenigen börsennotierten Unternehmen mit zwei Frauen im Vorstand, es wurde darüber hinaus mehrfach für sein Engagement rund um die Themen Gleichberechtigung und Inklusion ausgezeichnet. Anfang des Jahres platzierte eine Studie der Boston Consulting Group Telefónica Deutschland hinsichtlich der Gleichberechtigung von Frauen und Männern auf Rang zwei unter den 100 größten deutschen Unternehmen.

Neue Berufsfelder: Frauen haben weniger Weiterbildungsbedarf

Bis ins Jahr 2030 könnten allein in Deutschland bis zu neun Millionen Arbeitsplätze wegfallen. Dem gegenüber stehen bis zu zehn Millionen neue Arbeitsplätze, die durch technologischen Fortschritt und demografische Faktoren entstehen. Hinzu werden mit bis zu vier Millionen zusätzlichen Jobs in völlig neuen Berufen gerechnet, etwa in Bereichen wie Künstliche Intelligenz oder Machine Learning. Diese werden laut Studie zudem völlig neue Berufsgruppen und Ausbildungszweige hervorbringen. In neue Berufsfelder wird sich knapp ein Viertel der berufstätigen Frauen in den nächsten 10 Jahren einarbeiten oder weiterbilden müssen – bei den Männern wird sogar von fast einem Drittel ausgegangen.

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In Bezug auf Weiterbildung stehen Frauen also besser da. Und weil beide Geschlechter zumindest theoretisch in gleichem Maße von den neuen Berufszweigen und Ausbildungen profitieren, könnten Frauen durch den Wandel am Arbeitsmarkt insgesamt mehr Vorteile haben als ihre männlichen Kollegen. Dennoch laufen Frauen Gefahr, die Chancen durch neue Jobprofile weniger gut wahrnehmen zu können, wenn ihre berufliche und soziale Infrastruktur nicht verbessert werde, so die Studie.

Bessere Infrastruktur: Voraussetzungen für mehr Chancengleichheit

Laut Report gibt es mehrere Gründe, warum Frauen neue Potentiale möglicherweise nicht ausschöpfen können. Insbesondere seien Frauen bislang im Niedriglohnsektor überrepräsentiert und in technischen Berufen, vor allem im zukunftsträchtigen MINT-Bereich, weniger stark vertreten. Die neuen Berufe entstünden aber vor allem in Bereichen und Tätigkeiten, die eine höhere Bildung voraussetzen. In Deutschland erwartet das MGI bis 2030 im Vergleich zu heute 2,9 Prozent mehr Arbeitsplätze für Frauen und 5,5 Prozent mehr Arbeitsplätze für Männer mit einem Universitätsabschluss.

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Damit Frauen von der Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren können, müssten sie besser unterstützt werden, rät die Studie. Der Zugang von Mädchen und Frauen zu MINT-Fächern könnte durch Kampagnen, Sponsorings und spezielle Programme erhöht werden. Frauen, die bereits mitten in ihrer Karriere stehen, müssen speziell gefördert werden, um Familie, Job und Weiterbildung unter einen Hut zu bekommen. Wichtig sei es auch, die Mobilität von Frauen zu stärken, mehr Flexibilität und dynamischere Karrierepfade anzubieten. Die Digitalisierung birgt somit sowohl große Chancen als auch Risiken für Frauen – Weiterbildung und Infrastruktur sind dabei die entscheidenden Faktoren.

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