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Artikel

5G verstehen:
So sieht unsere Zukunft mit Virtual Reality und 5G aus

18

Mai
2020

Veröffentlicht am 18.05.2020

Foto: BraveYourself
Wie verändert sich unsere Lebenswelt durch 5G und die damit entstehenden digitalen Möglichkeiten? Damit es für die Antwort auf diese Frage nicht nur bei Zukunftsvisionen bleibt, stellen wir Ihnen in unserer Artikel-Reihe „5G verstehen“ spannende Digital-Start-ups, technische Innovationen und Vordenker vor, die unseren Alltag in den kommenden Jahren prägen werden.

Das Münchner Start-up BraveYourself, das von Wayra, dem Accelerator der Telefónica unterstützt wird, entwickelt Virtual Reality-Anwendungen für verschiedene Unternehmen. Bei der Eröffnung unseres 5G Campus im BASECAMP präsentierten die Gründer Max Aigner und Johannes Wolko ihr VR-Computerspiel „Game of Drones“, eine Art virtuelles Fußballspiel in der Luft. Entwickelt haben sie mit ihrem Start-up allerdings schon vieles mehr. Wir haben mit Johannes über seine Zukunftsvisionen, die Möglichkeiten von Virtual Reality und die Rolle des neuen Mobilfunkstandards 5G gesprochen.

Lieber Johannes, was genau macht BraveYourself?

Wir sind eine Agentur aus dem Virtual-Reality-Bereich und entwickeln für unsere Kunden Lösungen mithilfe von Virtual und Augmented Reality. Seit der Gründung vor zwei Jahren hatten wir dabei schon die unterschiedlichsten Aufträge. Wir haben für einen Zulieferer von Flugzeugteilen virtuelle Touren durch die Flugzeuge erstellt. Wir haben ein virtuelles Fitnessstudio entworfen, weil die Geschäftsführer vor Baubeginn wissen wollten, wie ihre Vision auf die Besucher wirkt. Sie konnten dann mit der VR-Brille herumgehen und eine gute Vorstellung davon gewinnen, wie ihr Studio aussehen wird. Und auch im Bereich Training und Coaching haben wir schon mit Virtual Reality gearbeitet. Im Moment entwickeln wir „Game of Drones“, ein VR-taugliches Mini-Multiplayer-Game. Hierbei können Freunde online im Drohnen-Fußball gegeneinander antreten.

Johannes Wolko mit einem Gast bei der Eröffnung des 5G Campus im BASECAMP / Foto: Henrik Andree

Wie genau kann VR im Bereich Training und Coaching unterstützen? An welchen Projekten habt ihr da gearbeitet?

In diesem Bereich gibt es für VR einige Möglichkeiten. Bei uns hat es mit der Vision meines Mitgründers Max angefangen: Er wollte einen virtuellen Raum schaffen, in dem Menschen üben können, vor Publikum zu sprechen. Max war in der Schule vor Referaten sehr nervös und musste feststellen, dass es wenige Gelegenheiten gibt, das Sprechen unter annähernd realen Bedingungen zu trainieren. Er hat es sich schließlich selbst beigebracht, wollte das Problem aber für andere Menschen lösen. So haben wir eine VR-Software entwickelt, mit der Nutzer auf einer virtuellen Bühne vor einem virtuellen Publikum eine Rede, einen Vortrag oder Pitch trainieren können. Diese Anwendung kann man sich heute im App Store herunterladen.

Darüber hinaus haben wir ein VR-Trainings-Konzept für eine Airline erstellt. Das richtete sich an Flugbegleiter, die mithilfe der VR-Brille ihre Aufgaben in kritischen Situationen einüben konnten. Sie lernten dadurch, wie sie am besten reagieren, wenn in der Kabine beispielsweise ein Brand entsteht und im Flugzeug Panik ausbricht.

Virtual Reality wird ja sehr oft im Kontext von Gaming und anderen virtuellen Unterhaltungsmöglichkeiten diskutiert – aber euer Start-up entwirft auch Software für den Karriere- und Weiterbildungsbereich. Welche Möglichkeiten gibt es da für VR in verschiedenen Branchen?

Im Bereich Training können einige Branchen von VR profitieren. Denken wir an Facharbeiter in einer Autofabrik, die täglich bestimmte Bauschritte ausführen müssen: Mit einer VR-Brille und der richtigen Software können sie ihre Arbeit zuhause trainieren und fehlerfrei einüben. So können Arbeitsunfälle vermieden und Einarbeitungsprozesse optimiert werden. In den Vereinigten Staaten nutzt die Firma Linde eine Virtual Reality-Software zum Sicherheitstraining bei Gastransporten. Dort werden die Kraftfahrer regelmäßig mit einer VR-Anwendung geschult und lernen dabei, den Lastwagen sicher zu betanken. Das ist ein völlig ungefährlicher Raum zum Lernen – im Gegensatz zur realen Situation.

Auch im medizinischen Bereich wird bereits mit VR gearbeitet. Ärzte in Ausbildung haben durch VR-Trainings die Möglichkeit, Eingriffe und Operationen einzuüben, ohne das Risiko einzugehen, Patienten zu verletzen. Für all diese sicherheitsrelevanten Bereiche bietet VR einen riesigen Mehrwert.

Jetzt haben wir viel über die wirtschaftliche Nutzung von VR gesprochen, VR kann jedoch auch in unserem Alltag eine Rolle spielen. Was denkst du: Wie wird Virtual Reality in der Zukunft in unser Leben integriert sein?

Für viele Menschen klingt Virtual Reality nach einer Technik, die noch relativ weit weg ist. Tatsächlich wird sich auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren aber einiges tun. Beim Brillenkauf der Zukunft wird es völlig klar sein, dass in unserer Sehhilfe Virtual Reality integriert ist. Es wird normal sein, dass Inhalte auf unserem Smartphone auch auf unserer Brille angezeigt werden und wir Wegbeschreibungen direkt vor unseren Augen sehen. Vielleicht werden wir auf der Brille auch lesen oder lernen können, wenn wir morgens auf dem Weg zur Arbeit sind. In diesem Bereich der „Mixed Reality“ ist vieles denkbar. Da wird es einige Innovationen geben und möglich machen es die neuen Mobilfunkstandards – jetzt 5G, später 6 oder 7G.

Natürlich kann man sich heute schon VR-Brillen kaufen, trotzdem hat längst nicht jeder von uns eine Brille zuhause. Wann wird dieser Zeitpunkt erreicht sein?

Momentan befinden wir uns mit den VR-Brillen noch in einem Nischenmarkt – zwar in einer recht großen Nische, dennoch ist die Brille kein Massenprodukt. Das liegt daran, dass die Modelle, die wir uns heute kaufen können, noch groß und schwer sind. Durch 5G wird sich das jedoch ändern: Der neue Mobilfunkstandard hilft uns, große Datenmengen kompakt zu übertragen. Dadurch muss weniger Technik in die Brille integriert werden und die Modelle können kleiner ausfallen. So könnte VR in Zukunft auch in unsere Sehhilfen integriert werden.

Ich bin mir sicher, dass eine Zeit kommt, in der wir uns coole, kleine Brillen aufsetzen und dadurch erweiterte Inhalte erleben. Wenn es soweit ist, dann wird der Markt einen riesigen Satz nach vorne machen. Natürlich ist 5G dafür ausschlaggebend.

Erst nach dem Klick wird eine Verbindung zu YouTube aufgebaut. Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

In der aktuellen Corona-Krise würden sicher viele von uns gerne auf virtuelle Reisen gehen. Denkst du, die Situation könnte der Virtual-Reality-Technik einen Schub nach vorne geben?

Zumindest würde ich mir das wünschen. Wir merken gerade, wie wichtig digitale Tools in verschiedenen Lebensbereichen eigentlich sind. Wir stellen aber auch fest, dass ein Videocall mit Freunden oder ein Zoom-Meeting unter Kollegen echte Treffen nicht völlig ersetzen kann. Es ist etwas anderes, sein Gegenüber in der Realität vor sich zu sehen. Und ich denke, dass VR in der Zukunft genau das leisten kann: Irgendwann werden wir ein Zusammentreffen dank VR fast real nachstellen können. Irgendwann werden sich zwei Menschen an unterschiedlichen Orten durch VR nahezu real erleben können. Ich hoffe, dass dieser Ausblick die Entwicklung von VR weiter beflügelt.

Wir weisen darauf hin, dass bei unseren öffentlichen Veranstaltungen auch Bild- und Tonmaterial in Form von Fotos oder Videoaufzeichnungen durch von uns beauftragte oder akkreditierte Personen und Dienstleister erstellt wird. Die Aufnahmen werden für die Event-Dokumentation und Event-Kommunikation auf den Social-Media-Kanälen des BASECAMP genutzt. Sie haben das Recht auf Information und weitere Betroffenenrechte. Informationen zu unseren Datenverarbeitungen sowie Ihren Betroffenenrechten finden Sie hier.

Über den Autor

Franziska unterstützte das BASECAMP Team bis Oktober 2020 in den Bereichen Redaktion, PR und Event.