Girls‘ Day: Spannende Technik, ein Bundeskanzler und viele Schülerinnen bei Telefónica

Bundeskanzler Olaf Scholz am Stand von Telefónica Deutschland | Foto: CC-BY Initiative D21 / Michael Setzpfandt
Bundeskanzler Olaf Scholz am Stand von Telefónica Deutschland | Foto: CC-BY Initiative D21 / Michael Setzpfandt
Veröffentlicht am 29.04.2022

Der Anteil von Frauen fällt in vielen technischen und naturwissenschaftlichen Berufen immer noch sehr gering aus. Der Girls’ Day soll daran etwas ändern und Mädchen und Frauen stärker für MINT-Berufe begeistern. Telefónica Deutschland beteiligte sich in diesem Jahr gleich an zwei Aktionen, an denen unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz und mehrere Schülerinnen teilnahmen.

Der Girls‘ Day ist ein jährlicher Aktionstag, an dem Schülerinnen Berufe oder Studienfächer kennenlernen, in denen der Frauenanteil unter 40 Prozent liegt. Dies ist vor allem in Berufen des MINT-Bereiches (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) der Fall. Der Aktionstag erfüllt deshalb einen wichtigen Zweck, weil er die Entwicklungschancen von Schülerinnen in diesen Berufen durch praktisches Ausprobieren und den Austausch mit Expertinnen fördert und ihnen konkrete Jobvorstellungen vermittelt.

Olaf Scholz eröffnet erstmalig den Girls‘ Day

Bundeskanzler Olaf Scholz und Markus Haas, CEO Telefónica Deutschland, bei der Auftaktveranstaltung zum Girls’Day 2022. | Foto: CC-BY Initiative D21 / Phil Dera

Zur Auftaktveranstaltung des diesjährigen Girls‘ Day haben die Initiative D21 und das Bundeskanzleramt am 27. April Berliner Schülerinnen in der Telefónica-Lounge empfangen. Ehrengast Bundeskanzler Olaf Scholz eröffnete zusammen mit Initiative D21-Präsident Hannes Schwaderer den bundesweiten Aktionstag in der Telefónica Digital Lounge. Sie erkundeten mit 18 Schülerinnen einen Technik-Parcours, den neben Telefónica Deutschland fünf weitere D21-Mitgliedsorganisationen gestaltet hatten: von Mobilfunktechnik über Künstliche Intelligenz, Softwareentwicklung und Robotik bis hin zu Automatisierungstechnik und nachhaltiger Lebensmittelproduktion reichte das Spektrum der beteiligten Unternehmen. Anhand von konkreten Fallbeispielen konnten die Schülerinnen der 9. Jahrgangsstufe die Digitalisierung hautnah erleben und durften anschließend das Erlernte über die verschiedenen MINT-Berufe dem Bundeskanzler vorstellen.

Am Stand von Telefónica konnten die Mädchen selbst eine 5G-Funkstation konfigurieren. Dabei durften sie in drei verschiedene Rollen schlüpfen: Eine Schülerin kümmerte sich als Informatikerin um die Sendestation. Die Zweite betreute als Fachinformatikerin die Empfängerstation. Die Dritte übernahm als IT- und Kommunikationstechnikerin die Steuerung der Datenübermittlung.

„Der Girls‘ Day ist ein entscheidender Aktionstag, um Mädchen für technische und digitale Berufe zu begeistern. Deshalb freue ich mich sehr, dass die Auftaktveranstaltung mit Bundeskanzler Olaf Scholz in unseren Berliner Räumen stattgefunden hat.“ (Markus Haas, Vorstandsvorsitzender von Telefónica Deutschland)

Foto: Henrik Andree

Auch Bundeskanzler Scholz war sehr angetan von den Fähigkeiten der teilnehmenden Schülerinnen und betonte die Bedeutung einer klischeefreien Berufswahl:

„Früher wurde Mädchen erzählt, dass IT oder Naturwissenschaften nichts für sie wären. Was für ein Quatsch! Die jungen Frauen, die heute beim #GirlsDay-Auftakt waren, wissen: Sie können alles lernen, was ihnen Spaß macht und jeder Beruf steht ihnen offen. Geht Euren Weg!“ (Bundeskanzler Olaf Scholz auf Twitter)

Am Girls‘ Day Digitalisierung erlebbar machen

Am eigentlichen Girls‘ Day, dem 28. April, lud Telefónica Schülerinnen ins BASECAMP ein, um ihnen MINT-Berufe aus Sicht der Mobilfunkbranche näherzubringen. Die 22 teilnehmenden Schülerinnen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren aus Berlin und Umgebung erwartete dabei ein spannendes Programm. Durch das Event führte die Journalistin Nadine Hadad, die mittels Nachfragen und kurzer Quizfragen die Mädchen immer wieder mit einband.

Foto: CC-BY Kompetenzzentrum / Max Beckmann

Deniz Taskiran, Corporate Responsibility Managerin bei Telefónica Deutschland, hob hervor, dass noch immer zu wenige Frauen in technischen Berufen arbeiten. Die Veranstaltung solle den Teilnehmerinnen zudem verdeutlichen, welche Rolle Netzbetreibern für die digitale Kommunikation zukommt – angefangen von Netzplanungen bis zu den Möglichkeiten und Auswirkungen auf Social Media.

In einer Videobotschaft beantwortete Telefónica-Vorständin Valentina Daiber Kinderreporterinnen Fragen zu ihrem Traumberuf und zur Rolle von Frauen in technischen Berufen. Den Schülerinnen gab sie dabei mit auf den Weg, dass sie alles schaffen können, wenn sie es wirklich wollen.

In einem kurzen Quiz fanden die Teilnehmerinnen heraus, dass der Frauenanteil bei den Telefónica-Mitarbeitenden 40 Prozent beträgt, während der durchschnittliche Anteil in der Technikbranche nur bei 15 Prozent liegt. Warum dieser Anteil im Allgemeinen so niedrig ausfällt, wurde dann gemeinsam mit den Schülerinnen diskutiert. Dabei kamen vor allem überholte Rollenbilder der Gesellschaft zur Sprache. Diese sorgen dafür, dass Mädchen oft fälschlicherweise weniger mathematische oder technische Fähigkeiten als Jungs nachgesagt werden – was sich dann wiederum bei der Berufswahl niederschlägt.

Berufe der Mobilfunkbranche kennenlernen

Bei den Fragen, welche technischen Berufe sich die anwesenden Mädchen selbst vorstellen können und welche sie darüber hinaus kennen, zeigte sich ein großes Spektrum an Ideen und Wissen. So äußerten einige Schülerinnen den Wunsch, später Spieleprogrammiererin oder Grafikdesignerin zu werden oder selbst Filme zu animieren.

Foto: Henrik Andree

Mit Blick auf die Mobilfunkbranche stellten Mitarbeiterinnen von Telefónica verschiedene Berufe vor:

Antje Hensel, Leiterin Netzentwicklung Region Nord/Ost, betonte, dass es in technischen Berufen wie der Funknetzplanung auch oft Quereinsteiger gibt, z.B. aus der Informatik und Elektronik. Sie wurde von den Mädchen unter anderem gefragt, wie ein Netz funktioniert, Funklöcher geschlossen werden können und ob der Beruf auch etwas für Menschen mit Höhenangst ist, da man dafür durchaus auf hohe Dächer und Funkmasten klettern muss, wie sie ausführte.

Verena Braunschober, Leiterin des Analytical Insights Center von Telefónica in München, stellte den Job der Daten- und Prozessanalystin vor, die für Unternehmen zum Beispiel die Nutzung des Funknetzes oder von Social Media-Kanälen auswertet. Ihre Botschaft: „Dafür müsst ihr übrigens nicht zwingend technisch interessiert sein, sondern vor allem das Verständnis für Zusammenhänge und Statistik mitbringen“

Valentine Poth, Expertin für digitale Transformation, arbeitet als IT-Produktmanagerin im Bereich Mass Market Technology und begleitet vor allem die Digitalisierung verschiedener Prozesse, z.B. wie die Anliegen von Mobilfunk-Kund:innen im Shop oder über Apps am besten gelöst werden können. Dazu brauche man zum einen Kenntnisse in der Softwareentwicklung, aber auch viel Kommunikation und Kreativität, um gemeinsam mit allen Beteiligten in einem Unternehmen gute Lösungen zu finden.

Esther Bage, Expertin bei Corporate Communications zeigte den Schülerinnen, wie eine Social-Media-Analyse funktioniert.

Natalia Seoane Nunez aus der Personalabteilung stellte den Mädchen verschiedene Möglichkeiten des Berufseinstiegs bei Telefónica vor, beispielsweise mit einem Praktikum, dualem Studium oder einer Ausbildung. Sie betonte, dass jeder Werdegang auch im technischen Bereich völlig individuell ist und nicht zwingend geradlinig verlaufen muss.

Praktische Einblicke durch Workshops

In Workshops konnten sich die Schülerinnen noch näher mit den Themen der drei vorgestellten Berufe auseinandersetzen, indem sie von den Expertinnen gezeigt bekamen, wie man die Steuerung für ein Smart Home programmiert, wie eine Social Media Analyse durchgeführt wird und wie die am Vortag konfigurierte 5G-Funkstation funktioniert. Zusätzlich durften sie nach einer kurzen Einführung ins Storytelling ein eigenes Video darüber drehen, was sie über die vorgestellten Berufe gelernt haben und welche Erkenntnisse sie aus der Veranstaltung mitnehmen.

Valentine Poth, Expertin für digitale Transformation bei Telefonica Deutschland, im Worshop mit Schülerinnen.

Bei der abschließenden Feedbackrunde zeigte sich, dass die Schülerinnen neben der angenehmen Atmosphäre des Events vor allem die Workshops gut aufgenommen haben: „Die Workshops haben mir am besten gefallen, weil wir da praktisch etwas ausprobieren konnten“, so eine der Teilnehmerinnen. Ein anderes Mädchen ergänzte: „Ich fand es toll, Einblicke in so viele unterschiedliche Berufe zu bekommen.“

Dies deckt sich mit den Beobachtungen der Initiative D21, wonach sich 41 Prozent der Teilnehmerinnen nach einem Aktionstag vorstellen können, in dem kennengelernten Unternehmen später ein Praktikum oder eine Ausbildung zu machen. Der Girls‘ Day erzielt somit die gewünschte Wirkung und steigert bei Mädchen das Interesse an MINT-Berufen. Das ist nicht nur im Interesse der gesamten Gesellschaft, sondern entspricht auch der Agenda des Bundeskanzlers.

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