Digitaler Impfpass: Was kann er und wann kommt er?

Veröffentlicht am 17.05.2021

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Die lange aufgeschobene Frage, ob es einen Impfpass geben soll und wenn ja, wie dieser aussehen könnte, wird nun konkret. Erste Pilotversuche sind gestartet, auf nationaler wie internationaler Ebene heißt es aber noch immer eines: Abwarten.

Dass er kommt, ist nur eine Frage der Zeit: der digitale Impfpass. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll es Ende Juni so weit sein. Der Pass soll Impfungen, Testergebnisse, oder eine überstandene Covid-Erkrankung dokumentieren und unter anderem die Reisefreiheit in der EU ermöglichen. Er gilt als freiwilliges und ergänzendes Angebot zum weiterhin gültigen gelben Impfpass, in dem allerdings nur der Impfnachweis aufgeführt wird.

Per App ins Restaurant?

Lediglich autorisierte Personen in Impfzentren, Krankenhäusern und Arztpraxen sollen den digitalen Impfpass ausstellen können, der von dessen Nutzer:innen dann per kostenloser App einsehbar ist. Über einen QR-Code werden die Daten auf das eigene Smartphone übertragen und nur dort gespeichert. Geplant ist ebenfalls, den Pass in die digitale Patientenakte zu integrieren. Mit einer Prüf-App soll es zudem Dienstleister:innen ermöglicht werden, den Impfstatus einer Person zu überprüfen, ähnlich wie beim Barcode von Bahntickets zum Beispiel.

Hierin zeigt sich auch eine mögliche Funktion als offizielles Zertifikat, um zweifach Geimpften, vollständig Genesenen oder jenen mit negativen Testergebnis mehr Freiheiten im öffentlichen Raum zu geben, sei es beim Besuch von Theater, Kino oder Restaurant. Aber auch hier gilt wieder: Der „analoge“ Impfpass kann ebenfalls als Dokument vorgezeigt werden — hilft aber nur weiter, wenn bereits eine zweifache Impfung erfolgt ist, da Testergebnisse und Genesungen damit nicht nachweisbar sind.

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Altötting hat ihn schon

Mit der Entwicklung einer Impfpass-App hat das Gesundheitsministerium die IT-Unternehmen IBM und Bechtle, das Cyber-Security Start-up Ubirch sowie govdigital beauftragt. Ein Pilotprojekt im bayrischen Altötting läuft bereits.

Dort können Bürger:innen mit der zweiten Coronaimpfung einen digitalen Impfausweis erhalten — eine weiße Plastikkarte mit QR-Code, mit dem dann wiederum die Daten per App aufs Handy geladen werden können. Informationen wie Name, Adresse, Impfdatum und Impfstoff werden per Blockchain gesichert, wodurch eine möglichst hohe Datensicherheit gewährleistet werden soll. Der europäische Impfpass wird dann ganz ohne Chipkarte auskommen und lediglich aus einem QR-Code bestehen, so der Plan.

Die EU wartet noch

Die Richtlinien entsprechen dabei den Regeln eines europaweit einheitlichen Impfpasses, wie es der Europäische Rat im Januar für medizinische Zwecke beschlossen hat. Die Kommission zog im März nach und forderte die Mitgliedstaaten bei der Entwicklung nationaler Impfpässe auf, ein einheitliches Anerkennungsverfahren zu haben, um die Reisefreizügigkeit in der EU zu erleichtern.

Israel zum Beispiel, ist da schon einige Schritte weiter. Dort wurde bereits im Februar ein solcher „Grüne Pass“ eingeführt, der seitdem Erleichterungen für vollständig Geimpfte mit sich bringt. Nicht nur innerhalb der EU hat man die Frage nach einem Impfpass lange aufgeschoben, denn auch in den USA scheint man nicht viel weiter zu sein.

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