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Artikel

So twittert die Politik:
Julia Reda

08

Apr
2015

Veröffentlicht am 08.04.2015

„Ihr unterschätzt alle die Tüchtigkeit des @Europarl_DE. Mein Bericht zum #Urheberrecht hat es auf stolze 550 Änderungsanträge gebracht!“, twitterte Julia Reda, alias @Senficon, am 03. März 2015. Dieser Tweet steht exemplarisch für den Ton und das Hauptthema, die viele Tweets der Piratenpolitikerin prägen: Mit viel Humor präsentiert die 28-Jährige, die seit dem Jahr 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments ist, Wissenswertes zu ihrem Spezialgebiet als Berichterstatterin für die Evaluation des europäischen Urheberrechts.

EU-Urheberrecht im Fokus

Wer dem Twitteraccount von Julia Reda folgt – und das sind derzeit immerhin 13.000 Personen – verpasst kaum etwas, dass zu diesem Thema auf europäischer Ebene passiert. Die Piratin, die sich im EU-Parlament der grünen Fraktion angeschlossen hat, informiert ihre Follower über die Veröffentlichung ihres Reports, die Diskussionen in den Ausschüssen, die Stellungnahmen der anderen Fraktionen sowie Reaktionen von Fachleuten und Verbänden aus allen Ecken Europas. Sie postet Videos von Parlamentsdebatten zum Thema und weist ihre Follower – stets serviceorientiert – darauf hin, ab welcher Minute sich das Anschauen besonders lohnt.

Neben Tweets über Presseberichte, Videos von Veranstaltungen und Hinweise auf Live-Streams findet Julia Reda auch noch Zeit, gelegentlich selbst von Veranstaltungen zu berichten und auf die Fachfragen ihrer Follower zu antworten. Sie twittert viel auf Englisch und Deutsch, gelegentlich auch auf Französisch. Neben dem Urheberrecht kommentiert sie alle aktuellen netzpolitischen Themen von der Vorratsdatenspeicherung über die Netzneutralität bis hin zum Datenschutz. Und auch zu TTIP, Geschlechtergerechtigkeit und Pegida hat sie etwas zu sagen: „Auf jede*n Asylsuchende*n in Dresden kommen 10, die gegen ‚Überfremdung‘ auf die Straße gehen. Wessen Angst nehmt Ihr ernster?“, bringt sie am 18. Januar 2015 ihre Position zu den Demonstrationen in der sächsischen Landeshauptstadt auf den Punkt.

Politisches und Persönliches

Am 30. März 2015 kommentiert Reda ein Interview des EU-Digital-Kommissars Günther Oettinger: „Für @GOettingerEU braucht die EU Leistungsschutzrecht und Geoblocking. Ist ihm #Urheberrecht noch nicht kaputt genug?“ Aber auch die SPD, deren Mitglied die Netzpolitikerin sechs Jahre lang war, wird kritisiert: Mit Verweis auf einen entsprechenden Bericht fragt sie Justizminister Heiko Maas am 01. März 2015 direkt: „.@HeikoMaas Sie haben Urheberrechtsreform für mehr Rechtssicherheit angekündigt. Warum tut #SPD im EP das Gegenteil?“ – Eine Antwort bekommt @Senficon nicht, zumindest nicht öffentlich auf Twitter.

Privates twittert die stellvertretende Vorsitzende der grünen Fraktion im EU-Parlament nicht, gelegentlich lässt sie aber ihre Follower an Kuriositäten aus ihrem Politikeralltag teilhaben. „Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viele Mails an Abgeordnete mit ‚Dear Sirs‘ beginnen“, wundert sich die Piratin am 15. Februar 2015. „Wir werden gerade von spanischer Security vom Dach eines Einkaufszentrums geworfen, weil wir einen Hund dabei haben“, berichtet sie am 28. Mäet 2015. Und einen persönlichen Tipp hat die Piratin dann doch noch parat: „Go see @alt_J live if you get the chance. Best show I’ve been to in a long time“, lobt sie am 07. Februar 2015 die britische Alternative-Pop-Band, deren Konzert sie offensichtlich besucht hatte.

Alle Twitter-Analysen im Überblick

Mehr Analysen zu Twitter-Profilen von Politikern gibt es in unserer Übersicht.

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Über den Autor

Die Autorin hat unser Unternehmen zwischenzeitlich verlassen. Quandt war bis zum Mai 2015 Leiterin des BASE_camps und hatte in dieser Funktion maßgeblichen Anteil am Ausbau des Flagshipstores in Berlin-Mitte zum digitalen Kompetenzzentrum und Treffpunkt der Szene mit diversen Liveformaten.