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#LebenDigital …mit Thorsten Kolsch

13

Feb
2015

Veröffentlicht am 13.02.2015

Digitalisierung betrifft uns alle, sagt man und sagen wir. Doch was das für jeden Einzelnen bedeutet, kann ganz unterschiedlich sein. Deshalb fragen wir in unserer Reihe #LebenDigital genau nach: Was bedeutet Digitalisierung für Dich? Die Antworten kommen von digitalen Spezialisten, bekannten Persönlichkeiten, Bloggern, Unternehmern, Kritikern und den Menschen, denen wir einfach so begegnen. Dieses Mal mit dem digitalen Nomaden Thorsten Kolsch.

Wie sieht Dein mobiler Lifestyle aus?

Ich bezeichne mich als digitaler Nomade. Das bedeutet zum einen, dass ich meine Arbeit als Online-Marketing-Mann ausschließlich digital und mobil ausübe. Ich brauche kein eigenes Büro. Dafür kann ich an jedem Ort dieser Welt mein Notebook schnappen und mich in einen Co-Working-Space oder WiFi-Café setzen.

Zum anderen bedeutet es aber auch, dass ich meinen Lebensstil überwiegend digital gestalte. Beispielsweise lasse ich meine Briefpost über Dienste wie Dropscan einscannen, lasse Anrufe von einem eBüro entgegennehmen und arbeite mit virtuellen Assistenten, die mir meine Arbeit abnehmen. Und in meiner Freizeit höre ich Musik über Streaming-Dienste wie Napster oder Spotify oder schaue mir TV-Sendungen in den Online-Mediatheken an. Denn auch einen Fernseher nutze ich im Prinzip nicht.

Welche digitale Entwicklung hat Deinen Alltag zuletzt am meisten verändert?

Online-Wohnungsvermittler wie AirBnB und Wimdu haben mich in den vergangenen zwölf Monaten überzeugt und mein Leben nachhaltig verändert. Als digitaler Nomade  und Minimalist bin ich darauf angewiesen, flexibel meinen Aufenthaltsort zu wechseln. Würde ich jedes Mal im Hotel schlafen oder einen regulären Mietvertrag abschließen, wäre ich schnell arm. Die Vermieter- und Hotel-Lobby wirkt dem natürlich entgegen, doch hoffe ich, dass sich langfristig der Verbraucherwille durchsetzt.

Welche digitale Entwicklung wird uns alle am meisten verändern?

Ich glaube, dass die Entwicklung des E-Commerce und des digitalen Bezahlens in Zukunft noch stärkeren Einfluss auf unsere Gewohnheiten haben wird. Noch stehen wir relativ am Anfang dieser Entwicklung. Spätestens wenn sich das Bezahlen mit dem Smartphone durchgesetzt hat, auch in Deutschland das erste Amazon-Kaufhaus eröffnet hat und die digital gesteuerten Paket-Drohnen über uns fliegen, werden wir nicht mehr zwischen Online- und Offline-Welt unterscheiden. Hinzu kommen ausgeklügelte und professionalisierte Empfehlungs- und Personalisierungs-Algorithmen, die unser Konsumverhalten maßgeblich verändern werden.

Digitalszene Deutschland – Deine Meinung?

Big Player aus den USA, wie Facebook, Google und Apple, haben den europäischen Kontinent insgesamt in den nächsten Jahren sicher weiter im Griff. Dennoch beobachte ich entspannt eine inspirierende und innovative Start-up-Szene hierzulande, die sicher noch mutiger und innovativer werden muss. Deutschland muss sein „Neuland“-Image ablegen und zum echten Land der Ideen werden. Dazu zählt auch der weitere Breitband- und Netzausbau in Deutschland. Gerade im internationalen Vergleich besteht in Deutschland noch Aufholbedarf.

Was ist der größte digitale Fail der letzten Jahre?

Auf der einen Seite einige enttäuschende Versuche, Google den Rang als Suchmaschinen-Monopol streitig zu machen. Auf der anderen Seite Googles Versuch, mit einem eigenen sozialen Netzwerk Facebook den Rang als führendes Social Network streitig zu machen. It’s all about trial and error. Scheitern will gelernt sein und ein Fail ist am Ende immer ein wichtiger Meilenstein in der weiteren Entwicklung.

 

Profilfoto_Thorsten KolschThorsten Kolsch hat 2011 seine eigene Firma thokomedia gegründet und befasst sich seither mit der Produktion von Online-Inhalten und dem Konzipieren digitaler Projekte. Als Co-Produzent, Redakteur und Darsteller feierte er im Oktober 2014 die Premiere seines ersten Dokumentarfilms „Digitale Nomaden – Deutschland zieht aus“. Er wagte den Selbstversuch als Digitaler Nomade und lebt und arbeitet seitdem ortsunabhängig.

Wir weisen darauf hin, dass bei unseren öffentlichen Veranstaltungen auch Bild- und Tonmaterial in Form von Fotos oder Videoaufzeichnungen durch von uns beauftragte oder akkreditierte Personen und Dienstleister erstellt wird. Die Aufnahmen werden für die Event-Dokumentation und Event-Kommunikation auf den Social-Media-Kanälen des BASECAMP genutzt. Sie haben das Recht auf Information und weitere Betroffenenrechte. Informationen zu unseren Datenverarbeitungen sowie Ihren Betroffenenrechten finden Sie hier.

Über den Autor

Agnes Michalik war bis Februar 2018 Senior Manager Public Relations. Sie kümmerte sich um Strategie und Konzeption für das Telefónica BASECAMP und verantwortete die Stakeholder-Maßnahmen rund um das Zukunftsthema Advanced Data Analytics.