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Artikel

Bundeswirtschaftministerium:
Studie zur Technologieaufgeschlossenheit in Deutschland

17

Jun
2014

Veröffentlicht am 17.06.2014

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Uwe Beckmeyer, eröffnete am Mittwoch, den 11. Juni, die Veranstaltung „Neue Technologien gehen uns alle an“. Anlass war die Präsentation von Ergebnissen und Handlungsempfehlung einer Studie, die im Auftrag des BMWi über die Dauer eines Jahres von der Technopolis Group Deutschland und dem F.A.Z.-Institut durchgeführt wurde. Die Forscher untersuchten, wie aufgeschlossen die deutsche Bevölkerung neuen Technologien gegenüber steht und welche Bedeutung dies für die Innovationsfähigkeit Deutschlands hat. Dafür wurden vier spezifische Technologien in einer begleitenden Workshop-Reihe diskutiert: Mobilfunk, grüne Gentechnik, Nanotechnologie und Smart Home.

Zentrale Ergebnisse des Projektes

Ein zentrales Ergebnis beschreibt, dass die Bürger in Deutschland neuen Technologien gegenüber „weder generell technikfeindlich“, noch pauschal verschlossen eingestellt sind, insbesondere wenn sachliche Argumente genutzt werden. Allerdings fanden die Forscher abhängig von den einzelnen Technologien teilweise stark variierende Haltungen bei den Befragten vor. Hinzu kommt, dass selbst eine grundsätzlich aufgeschlossene Haltung bei jeder aktuellen Technologie erneuert werden müsse. Um die offene Haltung der Gesellschaft für Innovationen nutzbar zu machen, schlagen die Autoren eine „partizipative Innovationskultur“ vor. Sie soll die Verbraucher zu Mitgestaltern neuer Technologien und ihrer Anwendungen und Rahmenbedingungen machen, zum sogenannten „Prosumer“.

Zusätzlich soll der Akteurskreis erweitert werden, um relevantes Wissen und Erfahrungen in die Gestaltung neuer Technologien einfließen zu lassen. Dazu gehören neben Unternehmen und Forschungseinrichtungen auch kommunale Einrichtungen, Intermediäre und zivilgesellschaftliche Organisationen. Um diese Stakeholder zu integrieren, müssten neue Formate der Kooperation und Mitgestaltung im Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprozess geschaffen werden, erläutern die Experten. Schließlich wurde im Projekt der Bedarf nach einem übergreifenden strategischen Ansatz zum Umgang mit der Technologieaufgeschlossenheit identifiziert. Es sei eine „frühzeitige, kontinuierliche und ergebnisoffene Kommunikation über die geplanten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten“ notwendig. Partizipationsmechanismen müssten „tatsächlich Einfluss auf den politischen Entscheidungsprozess bieten“, betonen die Autoren.

Handlungsempfehlungen für die Innovationskultur

Aus diesen Ergebnissen wurden einige Handlungsempfehlungen abgeleitet, deren Umsetzung „einen entscheidenden Beitrag“ zur Etablierung einer partizipativen Innovationskultur in Deutschland leisten würde. Dies würde auch die Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation verbessern.

Im Rahmen des strategischen Ansatzes für die Technologieaufgeschlossenheit müsse „eine klare Vision einer partizipativen Innovationskultur“ erarbeitet und die ergriffenen Maßnahmen auf ihre Wirkung überprüft werden. Um diese Strategie umzusetzen wird die Einrichtung eines Forums „partizipative Innovation“ empfohlen, welches einen sichtbaren Ansprechpartner für alle Stakeholder darstellen und das Thema vorantreiben solle. Ein weiterer Vorschlag lautet, die Mitgestaltung durch interessierte Kreise zu fördern. Außerdem sollen die MINT-Initiativen systematisch weiter entwickelt und durch den Punkt Technologieoffenheit ergänzt werden. Das Bundeswirtschaftsministerium könne eine enge Zusammenarbeit von Unternehmen und Schulen unterstützen, etwa hinsichtlich der Gestaltung des Nachmittagsunterrichts an Ganztagsschulen. An dieser Stelle werden „klare politische Signale“ gefordert. Eine weitere Handlungsempfehlung thematisiert die Verbesserung der Qualität der Technikberichterstattung, insbesondere indem Kapazitäten im Wissenschaftsjournalismus gestärkt werden. Die vollständige Studie soll im Sommer 2014 vorliegen.

Stimmen zum Thema

Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie: “Gerade für eine forschungsintensive und exportorientierte Wirtschaft wie die deutsche ist eine aufgeschlossene Haltung der Gesellschaft gegenüber neuen Technologien entscheidend. Deshalb wollen wir die Menschen mitnehmen. Zu Recht möchten sie nicht nur informiert werden, sondern auch mitgestalten können. Wir brauchen daher eine Innovationskultur, die die Menschen stärker beteiligt. So können wir dazu beitragen, dass Deutschland auch in Zukunft als Leitmarkt für neue und gesellschaftlich akzeptierte Technologien eine führende Rolle einnimmt.” (BMWi, 11.06.2014)

Der vorstehende Artikel erscheint im Rahmen einer Kooperation mit dem Berliner Informationsdienst auf UdL Digital und ist Teil der aktuellen Ausgabe zur Netzpolitik. Aylin Ünal ist als Redakteurin des wöchentlich erscheinenden Monitoring-Services für das Themenfeld Netzpolitik verantwortlich.

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