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Artikel

Unterwasserwelt der Internetkabel

15

Apr
2014

Veröffentlicht am 15.04.2014

Wenn das Internet nicht (mobil)funkt, dann kommt es aus der Steckdose – ganz gleich ob in Berlin, New York oder Sidney. Bis dorthin hat es allerdings einen beträchtlichen Weg zurückgelegt, wie eine anschauliche Karte der Glasfaserkabel in den Weltmeeren zeigt. Sie verdeutlicht die Verbindungen zwischen den Kontinenten und stellt außerdem dar, in welchen Ländern das Netz überwacht wird. Die Informationen über den Verlauf der Kabel sowie die Knotenpunkte stammen von Greg’s cable map und Reporter ohne Grenzen und wurden von Mark Graham und Stefano De Sabbata vom Oxford Internet Institute zusammengestellt.

Kabelsalat im Mittelmeer

Seit 2001 bringt das BalaLink-System das Internet vom spanischen Festland zu den Balearen. Von Valencia führen 150 km Kabel nach Ibiza und 275 km nach Palma de Mallorca. Dies stellt eine der kürzesten Verbindungen im Mittelmeer dar. Das IMEWE-Unterseekabel (India-Middle East-Western Europe) verläuft von Marseille in Frankreich und Catania in Italien durch das Mittelmeer und durch den Suez-Kanal, woraufhin es in den Indischen Ozean mündet und im indischen Mumbai endet. Rund 12.000 km Kabel verbinden Europa mit Indien. Im Jahr 2009 hatten 9 Unternehmen dieses Kabelsystem ins Leben gerufen und 9 Landungspunkte des Kabels in ihren Ländern verlegt. Im Mittelmeer ist bereits ein leichtes Gedränge an Unterseekabeln. Alexandros, Ariel, Jonah und Nautilus heißen einige der Unterwasserverbindungen von Bezeq International, dem führenden Internet- und Telekommunikationsprovider in Israel.

Gute Vernetzung zwischen den Küsten

Deutschland hat aufgrund der Küstenstruktur nur relativ wenige Berührungspunkte mit Unterseekabeln. Zwischen Gedser in Dänemark und dem deutschen Ribnitz-Damgarten in der Nähe von Rostock besteht eine kurze Kabelverbindung. Die deutsche Stadt Norden ist Landungspunkt mehrerer Kabel. Eines davon führt nach England, ein weiteres Kabel versorgt Dänemark, die Niederlande, Frankreich, Großbritannien und letztendlich die USA per Unterwasserweg mit dem Internet. In Europa ist Großbritannien das einzige Land auf der Internet Tube-Karte des Oxford Internet Instituts, welches mit der Einschränkung „Überwachung“ gekennzeichnet ist. In anderen Teilen der Welt ist der Internetzugang weitaus schwieriger, trotz gut verlegter Unterseekabel. Die Kartenmacher kennzeichnen im arabischen Raum etwa Syrien, Iran und Saudi-Arabien sowie zusätzlich China, Russland und Kuba, da Internetnutzer dort mit Zensurmaßnahmen, Überwachung und Verhaftungen rechnen müssen.

Die Zukunft bringt noch mehr Kabel

Viele weitere Unterseekabel sind in Planung. Arctic fibre zum Beispiel soll von der irischen Stadt Cork und dem britischen Highbridge quer durch den Atlantischen Ozean an Grönland vorbei verlaufen und sich oberhalb von Kanada durch die arktischen Inseln schlängeln, bis es einen Bogen um Alaska schlägt und in Japan seinen Landepunkt findet. Dabei müssen vor allem die Eisverhältnisse als Risiko für das Routing in diesen Gegenden berücksichtigt werden.

Am anderen Ende der Welt soll eine Verbindung namens APX-East zwischen Australien und der Westküste der USA hergestellt werden. Den Fortschritt der einzelnen Stationen kann man online verfolgen. Balken mit Prozentzahlen zeigen an, dass Australien schon zu 55% fortgeschritten ist, etwa was die Umweltgutachten, Lizenzen und Genehmigungen durch die Regierung betrifft. Auf Kalifornien und Sydney kommen jedoch noch verschiedene Baumaßnahmen zu, die noch nicht abgeschlossen bzw. noch nicht begonnen worden sind. Gleichzeitig plant das Unternehmen auch eine APX-West, eine Verbindung zwischen Australien, Indonesien und Singapur. Dieses Vorhaben ist in einigen Bereichen schon etwas weiter fortgeschritten.

Es gibt noch andere, sehr gut gemachte Karten, welche die Kabelverbindungen weltweit inklusive ihrer Länge und Betreiber anzeigen. Eher schlicht gehalten ist hingegen die Karte der Bundesnetzagentur, die Auskunft über den deutschen Mobilfunk gibt.

Der vorstehende Artikel erscheint im Rahmen einer Kooperation mit dem Berliner Informationsdienst auf UdL Digital und ist Teil der aktuellen Ausgabe zur Netzpolitik. Aylin Ünal ist als Redakteurin des wöchentlich erscheinenden Monitoring-Services für das Themenfeld Netzpolitik verantwortlich.

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