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SZ Wirtschaftsgipfel 2020:
Digitale Schulen statt „teure Frequenzauktionen“

18

Nov
2020

Veröffentlicht am 18.11.2020

Fotos: BASECAMP
Was kann Deutschland aus der Corona-Krise lernen? Unter dem Motto „2021: Der Weg aus der Krise“ diskutierten beim Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung führende Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über eine Zukunft nach der Pandemie. Für Telefónica-Managerin Valentina Daiber ist die wichtigste Aufgabe, dass Deutschland bei der Digitalisierung aufholt. Dazu müsse auch mehr in die digitale Infrastruktur investiert werden. „Wir müssen wegkommen von den teuren Frequenzauktionen“, betonte die Vorständin Recht & Corporate Affairs bei Telefónica Deutschland. Mehr als 60 Milliarden Euro haben die deutschen Telekommunikationsunternehmen in den zurückliegenden 20 Jahren für Mobilfunklizenzen ausgegeben. Daiber ist daher überzeugt: „Wäre das Geld in den Netzausbau geflossen, würden wir heute nicht über weiße Flecken sprechen.“

2020 wird bei vielen als Krisenjahr in Erinnerung bleiben. Doch es gab es auch positive Entwicklungen. Deutschland erlebte in den vergangenen Monaten einen regelrechten Digitalisierungsschub. Millionen Menschen nutzen zum ersten Mal Videokonferenzen. Ganze Unternehmen wechselten ins Home Office. Konzerte und Kulturveranstaltungen fanden erstmals als Stream statt. Für Valentina Daiber ergeben sich daraus zwei Lehren: „Erstens, unsere Telekommunikationsnetze sind viel besser als ihr Ruf.“ Sonst hätte die Infrastruktur in Deutschland diesen Ansturm auf das Internet nicht bewältigen können. „Und zweitens”, so Daiber weiter, „haben fünf Wochen Lockdown die Digitalisierung mehr vorangebracht als die fünf Jahre zuvor.“

Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung

Verena Pausder, Paul Kaffsack, Valentina Daiber und Christian Miele sowie Moderator Ulrich Schäfer (v.l.n.r.).

In fünf Wochen mehr Digitalisierung als in fünf Jahren

Dass die Pandemie ein „Katalysator der Digitalisierung“ war, darüber herrschte unter den Diskussionsteilnehmern des Panels „Digitalisierung – wie Deutschland jetzt den Anschluss schafft“ Einigkeit. Das Mindset der Menschen habe sich verändert, beobachtete der Unternehmer Christian Miele. Seit Corona herrsche eine deutlich größere Offenheit gegenüber digitalen Technologien, so der Präsident des Bundesverbands Deutsche Startups. Er hofft deshalb auf mehr Rückenwind für junge Gründer. „Wenn das Thema Gründen durch Corona einen Schub erhält, wäre das auf jeden Fall ein positiver Aspekt dieser Krise.“ Auf keinen Fall dürfe man sich jetzt auf den ersten Digitalisierungsfortschritten ausruhen, betonte Paul Kaffsack, Co-Chef des Sicherheitsunternehmens Myra Security. Deutschland sei beim Thema Digitalisierung noch immer weit abgehängt. „Wir müssen jetzt auf den Cyber-Zug aufspringen, um in zehn bis 15 Jahren weiter dabei zu sein“, so Kaffsack.

Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung

Das Panel zum Thema „Digitalisierung – wie Deutschland jetzt den Anschluss schafft” beim Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung in Berlin.

Vor allem die Schulen müssen aufholen

Den größten Nachholbedarf sieht Verena Pausder vom Verein „Digitale Bildung für Alle“ bei den Schulen. Der erste Lockdown im Frühjahr sei in gewisser Weise ein „Volksexperiment Digitalisierung“ gewesen, das zur „größten flächendeckenden Fortbildung“ in der Geschichte der Bundesrepublik geführt habe. Aus dem Stand hätten Schulleiter und Lehrer neue digitale Bildungswege aufbauen müssen, und das mit einem Flickenteppich aus länderspezifischen Vorgaben. Das Ergebnis war, dass sich die soziale Kluft vergrößert habe. 2,5 Millionen Kinder seien im Lockdown völlig von der Bildung abgeschnitten gewesen, „da sie keine digitalen Geräte zuhause haben“, erklärte Pausder.

Gerade im Bildungsbereich liegt Deutschland zurück. Während in Ländern wie Dänemark WLAN an der Schule eine Selbstverständlichkeit ist, müssen drei Viertel aller deutschen Lehrer und Schüler ohne eine drahtlose Internetverbindung an der Schule auskommen. Auch bei den digitalen Kompetenzen hinken deutsche Schüler oft hinterher, zeigen Studien. Pausder: „Es ist an der Zeit, ein Zukunftsversprechen an unsere Kinder zu geben – dass wir sie zu Gestaltern der Welt von morgen ausbilden und nicht zu digitalen Konsumenten degradieren.“

Das O2 Digitalpaket für Schulen

Genau diesen Weg geht Telefónica Deutschland/O2 und engagiert sich seit vielen Jahren für die digitale Bildung von Jugendlichen und an Schulen. Gemeinsam mit dem Deutschen Kinderschutzbund und Amazon stellt Telefónica Deutschland/O2 beispielsweise bedürftigen Schülern Notebooks und kostenloses Internet zur Verfügung. Als unmittelbare Reaktion auf den Lockdown bietet O2 zudem ein Digitalpaket für Schulen an, das neben der technischen Grundausstattung für ein digitales Klassenzimmer auch den Zugang zu speziellen Lern-Apps und IT-Unterstützung umfasst. Mit diesem „Rundum-Sorglos-Paket“ für Schulen zeige Telefónica, dass „der Weckruf bei uns angekommen ist“, betonte Valentina Daiber. Für die Zukunft sei es jedoch wichtig, dass der Staat mehr investiert – in digitale Bildung ebenso wie in die digitale Infrastruktur.

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