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Foto: Jana Kausch
Artikel

Handlungsempfehlungen für Medienbildung an Schulen

25

Nov
2014

Veröffentlicht am 25.11.2014

Medienkompetenz ist als Stichwort aus keinem bildungspolitischen Konzept mehr wegzudenken. Kein Wunder, dass es vermehrt auch Studien zu diesem aktuellen Thema gibt. Mitte November stellte die Initiative D21 die Studie Medienbildung an deutschen Schulen vor, in der die aktuelle Situation in den verschiedenen Bundesländern beleuchtet wird. Konkret geht es um die Themen strukturelle Verankerung der Medienbildung, um die technische Infrastruktur und um die Lehrerbildung. Aus ihren Beobachtungen leiten die Wissenschaftler mehrere Handlungsempfehlungen ab.

Verankerung im Lehrplan

Im Bereich der strukturellen Verankerung wird beispielsweise vorgeschlagen, die Kultusministerkonferenz solle einheitliche Mindeststandards zur Verankerung der schulischen Medienbildung im Lehrplan erarbeiten. Als Grundlage für diese Standards werden drei Elemente genannt:

  • die verbindliche Integration medienbezogener Inhalte und Kompetenzen in die Lehr- und Bildungspläne aller Unterrichtsfächer
  • ein verbindlicher Basiskurs Medienkunde am Übergang von der Primar- zur Sekundarstufe für alle Schüler
  • Mindestvorgaben für Wahlpflichtfächer für individuelle, medienbezogene Spezialkenntnisse (zum Beispiel Programmieren, Audio- und Videoproduktion, Robotik)

Zur Umsetzung müssten gemeinsam mit allen Akteuren ganzheitliche Medienbildungskonzepte entwickelt werden und die Bundesländer müssten ihre Lehr- und Bildungspläne überarbeiten. Saskia Esken, Bundestagsabgeordnete der SPD und vertreten im Bildungsausschuss sowie im Ausschuss Digitale Agenda, war bei der Präsentation der Studie dabei. „Beim Aufbau und der Pflege guter Schulnetze, bei der Entwicklung und guten Umsetzung eigener medienpädagogischer Konzepte und bei der notwendigen Weiterbildung müssen wir die Schulen und die Lehrkräfte durch passgenaue Angebote unterstützen“, äußerte sie ihre Überzeugung.

Foto: Jana Kausch

Lehrkräfte im Zentrum der Medienbildung

Die meisten Lehrkräfte sind digitalen Medien im Unterricht gegenüber positiv eingestellt, stellt die Studie fest, doch die Fortbildungsangebote sind oft nicht ausreichend praxisbezogen. Daher empfehlen die Autoren der Studie, die Kultusministerkonferenz solle ihre Standards zur Lehrerausbildung überarbeiten, damit die Medienpädagogik in den pädagogischen Ausbildungsgängen in allen Bundesländern als Pflichtfach und verpflichtende Prüfung verankert wird. Insbesondere die Referendariatsausbildung müsse ein systematisches mediendidaktisches Training beinhalten. Die von Bund und Ländern gemeinsam beschlossene Qualitätsoffensive Lehrerbildung soll entsprechend ausgeweitet werden. Außerdem sollten Lehrkräfte zu entsprechenden Fortbildungen verpflichtet werden, um den pädagogisch sinnvollen Einsatz digitaler Medien im Unterricht praxisbezogen zu trainieren. Schließlich sehen die Wissenschaftler für „IT-ferne” Lehrer spezifische Trainings- und Coachingangebote vor.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Sven Volmering, der vor seiner politischen Karriere selbst Lehrer war, kann die zusätzlichen Arbeitsbelastungen der Lehrkräfte nachvollziehen. Bei der Studienpräsentation erklärte er: „Wenn wir digitale Bildungselemente an den Schulen dauerhaft und fächerübergreifend integrieren wollen, müssen wir den Lehrkräften Freiräume schaffen, um sich weiter qualifizieren zu können.“

Technische Infrastruktur

Hinsichtlich der technischen Infrastruktur plädieren die Wissenschaftler in der Studie dafür, dass die Bundesländer verschiedene herstellerneutrale, in der Schulpraxis erprobte Standardkonfigurationen für die technische Ausstattung erarbeiten sollen. Auf dieser Basis können sich die Schulen – in Übereinstimmung mit dem eigenen Medienkonzept und der Medienentwicklungsplanung der Schulträger – für eine bestimmte Konfiguration entscheiden. Für den selbstverständlichen und angemessenen Einsatz digitaler Medien im Unterrichtsalltag sollten Grundschulen mit einer ausreichenden Zahl mobiler Klassensätze mit Notebooks oder Tablets ausgestattet werden. Für die Sekundarstufe sehen sie sogar für jeden Schüler ein eigenes mobiles Endgerät vor, das jederzeit sowohl im Unterricht als auch zu Hause als persönliches Arbeitsmittel genutzt werden kann. Es sei eine politische Entscheidung, ob diese Endgeräte der Lernmittelfreiheit unterliegen oder letztlich über die Eltern (sozialverträglich) finanziert werden sollen, merken die Forscher an.

Natürlich müsse das gesamte schulische IT-Netzwerk inklusive Administration und Wartung deutlich professionalisiert werden. Diese Aufgabe könne nicht von einzelnen engagierten Lehrern „nebenbei” wahrgenommen werden, wird in der Studie gefordert. Darüber hinaus sollen zukünftig auch zentrale Lehr- und Lernplattformen zur Infrastruktur gehören, damit Schüler und Lehrer nutzerfreundlich und rechtssicher mit digitalen Inhalten arbeiten können.

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Über den Autor

Die Autorin hat unser Unternehmen zwischenzeitlich verlassen. Quandt war bis zum Mai 2015 Leiterin des BASE_camps und hatte in dieser Funktion maßgeblichen Anteil am Ausbau des Flagshipstores in Berlin-Mitte zum digitalen Kompetenzzentrum und Treffpunkt der Szene mit diversen Liveformaten.