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Brigitte Zypries auf der CeBIT (Foto: CeBIT)
Artikel

Gemeinsame Erklärungen der Verbände zur intelligenten Heimvernetzung

17

Mrz
2014

Veröffentlicht am 17.03.2014

Im Rahmen der CeBIT in Hannover hat die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, zwei Erklärungen von Organisationen und Verbänden der IT-Wirtschaft und der Industrie entgegengenommen, die sich mit dem Bereich Smart Home auseinander setzen. Die Staatssekretärin wies darauf hin, dass es eine Vielzahl nicht interoperabler Smart-Home-Ansätze gebe, die ein großes Markthindernis darstellten. Die entsprechende IT-Infrastruktur müsse entwickelt werden, um in Wohnbereichen intelligente Heimvernetzung anbieten zu können.

Innovation und Integration

Die gemeinsame Erklärung der Verbände und Organisationen zur intelligenten Heimvernetzung  wurde in einer Arbeitsgruppe des Bundeswirtschaftsministeriums entwickelt. Darin erklären die beteiligten Verbände, darunter BITKOM, VDE und ZVEH, ihr Ziel, „Deutschland zum Leitmarkt für Smart Home zu machen“. Dafür sollen innovative Technologien im Bereich der intelligenten Heimvernetzung sowie deren Umsetzung in Industrie, Handel und Handwerk vorangetrieben werden, so die Verbände in ihrer Erklärung. Die Entwicklung zum Smart Home soll auch die Energiewende berücksichtigen und unterstützen. Eine Reihe von Punkten ist für die Verbände von entscheidender Bedeutung. Das Smart Home sollte in das Smart Grid integrierbar sein, betonen sie.

Brigitte Zypries auf der CeBIT (Foto: CeBIT)

Ein zukunftsfähiges Konzept sollte außerdem auf offenen und allgemein akzeptierten Normen aufbauen und die Vielzahl bestehender und bewährter Systeme und Kommunikationsstandards integrieren. Dabei sollen die Geräte „herstellerunabhängig in eine intelligente Heimvernetzung integrierbar sein“. Die Interoperabilität im Smart Home steht demnach im Vordergrund. Ein standardisiertes Vernetzungskonzept mit der Austauschbarkeit smarter Geräte und Applikationen dient auch dem Wettbewerb. Auf Grundlage der Smart Home Standards sollen Plattformen entstehen, auf denen sich Entwickler, neue und etablierte Hersteller sowie Startups über innovative Anwendungen und Dienste austauschen können.

Maßnahmen und Märkte

Ein weiterer Vorschlag betrifft das Labeling. Kunden sollten sich beim Kauf von intelligenten Heimvernetzungsprodukten über Funktionalitäten und Interoperabilitäten informieren können, so die Erklärung. Ferner streben die Verbände eine Kooperation bei Messen und Veranstaltungen an, um durch gemeinsame Auftritte das Thema der intelligenten Heimvernetzung zu fördern. Zudem sehen die Verbände einen verstärkten Bedarf an qualifiziertem Personal in diesem Bereich, sodass entsprechende Schulungskonzepte zu unterstützen seien. Ebenfalls sollten Forschung und Entwicklung gefördert werden, um weitere Anwendungsbereiche zu erschließen sowie die Interoperabilität und Praxistauglichkeit von Heimvernetzungstechnologien zu verbessern. Außerdem sollen auch internationale Märkte angesteuert werden, um die nationalen Techniken und Konzepte der intelligenten Heimvernetzung einzubringen.

Smart Home für Neubauprojekte

Die gemeinsame Erklärung von Industrie, Handwerk und Wohnungswirtschaft zur zeitgemäßen informationstechnischen Infrastruktur im Neubau und bei Kernsanierung wurde in einer Arbeitsgruppe des Nationalen IT-Gipfels erarbeitet. Teilnehmer waren unter anderem die Branchenverbände BITKOM, VATM, ANGA und BUGLAS. Die Fokusgruppe Haus- und Heimvernetzung hat das erklärte Ziel, die technologischen Voraussetzungen für alle Neubauprojekte und Kernsanierungen zu schaffen, damit die Breitbandstrategie der Bundesregierung erfolgreich umgesetzt werden kann.

Zusätzlich will die Arbeitsgruppe mit Hilfe intensiver Öffentlichkeitsarbeit über das Thema Haus- und Heimvernetzung informieren, damit bei Neubauten und Kernsanierungen das künftige Smart Home mitgedacht und ermöglicht wird. Mit der entsprechenden Hausverkabelung soll die durchgängige Datenzufuhr gewährleistet werden, während gleichzeitig dafür zu sorgen sei, dass Infrastrukturbetreiber eine einheitliche Netzinfrastruktur vorfinden, so die Verbände. Sie weisen darauf hin, dass die vorgesehenen Kommunikationskabelanlagen nicht nur der IT-Versorgung dienen müssen, sondern auch anderen Anwendungen zu Verfügung stünden.

Stimmen zu dem Thema:

Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Die intelligente Heimvernetzung hat das Potenzial, sich zu einem Milliarden-Markt für deutsche Unternehmen zu entwickeln. Schon heute gibt es hierzulande eine Vielzahl von Anbietern von Smart-Home-Produkten. Eine der größten Herausforderungen ist es jedoch, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher, nicht interoperabler Smart-Home-Ansätze gibt. Sie stellen bisher noch ein großes Markthindernis dar. Die gemeinsamen Erklärungen zeigen, dass eine Vielzahl von Verbänden und Organisationen diese Herausforderung erkannt hat. Die angestrebte Kooperation bei der intelligenten Heimvernetzung und bei der Entwicklung der dazu notwendigen IT-Infrastruktur ist ein wichtiger Meilenstein, um die wirtschaftlichen Chancen der Digitalisierung in diesem Bereich zu nutzen und Mietern und Hausbesitzern komfortable technische Lösungen zu bieten.

(BMWi, 10.03.2014)

Der vorstehende Artikel erscheint im Rahmen einer Kooperation mit dem Berliner Informationsdienst auf UdL Digital und ist Teil der aktuellen Ausgabe zur Netzpolitik. Aylin Ünal ist als Redakteurin des wöchentlich erscheinenden Monitoring-Services für das Themenfeld Netzpolitik verantwortlich.

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