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Artikel

Der Erfolg der Fashionblogger:
Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan

18

Mrz
2015

Veröffentlicht am 18.03.2015

Achtung, das ist keine Scherzfrage: Was glaubt ihr verdient die weltweit erfolgreichste Fashionbloggerin Chiara Ferragni mit ihrem Blog „The Blonde Salad“ im Jahr? 100.000 $, 500.000 $ oder vielleicht sogar mehr? Too make a long story short: Laut Welt online sollen es geschätzte 6 Millionen Dollar sein. Seit 2009 bloggt und postet sich die 27-Jährige in das Fashionherz ihrer Abonnenten. Geschätzte 1.6 Millionen verdient die hübsche Italienerin allein durch Kooperationen mit Modemarken und Werbeanzeigen.  Als weitere lukrative Einnahmequelle verdient Chiara mittlerweile weitere Millionen mit ihrer eigenen  Schuhmarke „Chiara Ferragni Collection“. Die ausgefallenen Modelle sind in 200 Geschäften in 25 Ländern erhältlich. Aus der einstigen One woman-Show ist mittlerweile eine Marke geworden, die einen Manager und 14 Mitarbeiter beschäftigt. Nicht schlecht für eine Bloggerin, die aus ihrem Hobby einen Beruf gemacht hat. Sie wird gefeiert von den Fans und auch von der Presse.

Die Reise nach Jerusalem – direkt am Catwalk

Wie auch Kraftklub gehörte ich ebenfalls zu den Menschen, die beispielsweise die Berliner eher belächelten, wie sie für ihren „Fashion Blog mit ihrer Spiegelreflexkamera durch Friedrichshain laufen und Fotos machen von Streetart und interessanten Leuten“. Und ich erinnere mich auch noch an die eine oder andere Fashion-Show, die ich vor ein paar Jahren mitorganisieren durfte. Beim Thema „Seating“ – also das Besetzen der ersten und zweiten Sitzreihe am Catwalk – wurden die selbst ernannten Fashionblogger null beachtet und am liebsten hätte man sie damals auch gar nicht dabei gehabt. Die ersten beiden Reihen wurden besetzt mit der Crème de la Crème der großen Modejournalisten. Vogue, Instyle, Madame – sie zierten neben auserwählten Promis den Catwalk und wurden hofiert mit Goodiebags und Designerware.

Doch das Internet brachte nach und nach eine Wende im Zirkus der Eitelkeiten. Immer mehr Fashionblogger gewannen durch Mut an der Selbstinitiierung und die virale Kraft von Social Media an Bedeutung. Die Macht der Follower und Likes platzierten die ungeliebten Selbstdarsteller aus dem Schatten der großen etablierten Modebibeln. Heute dürfen sie bei den großen Fashion-Shows nicht fehlen und werden ebenfalls in die ersten beiden Reihen gesetzt. Sie sind selber zu Prominenten geworden und teilen sich in Paris, Mailand und New York die begehrten Plätze mit den etablierten Fashionjournalisten. Die Reise nach Jerusalem – direkt am Catwalk. Wer nicht schnell genug ist, fliegt raus bzw. muss einen Platz finden in den hintersten Reihen des großen Modezirkusses.

Zeig mir deine Reichweite und ich sag dir, wer du bist!

Aber diese Entwicklung überrascht nicht. Viele der bekannten Modeblogger haben einen entscheidenden Vorteil: Authentizität und sie gewinnen vor allem immer mehr an Reichweite! Frei nach dem Motto: Zeig mir deine Reichweite und ich sag dir, wer du bist und vor allem, ob du wer bist. Natürlich gehört Chiara Ferragni mit einer Reichweite von 3.037 Millionen Menschen und 3 Millionen Seitenaufrufen zu den Ausnahmen in der Blogsphäre. Aber die Konkurrenz schläft nicht. Neben Chiara Ferragni  gibt es weitere sehr erfolgreiche Blogger, die dank Reichweite mit knapp 65.000 Euro im Monat ganz gut über die Runden kommen dürften. Zu ihnen gehört laut Stylebook u.a. Mary Seng von Happily Grey“, Chrissy Ott von The Perfect Palette“ und Erin Gates mit dem Blog Elements of Style. Ein nettes Taschengeld für die jungen Wilden der Fashionbranche – Werbeeinnahmen machen es möglich!

Her mit der Spiegelreflexkamera!

Je mehr man über die Welt der Fashionblogger liest, desto mehr entwickelt man das Bedürfnis alles hinzuschmeißen, sich eine Spiegelreflexkamera zu schnappen und ziellos auf Hipster – und Fashionista Jagd zu gehen. Eigentlich kann es ja nicht so schwer sein, ein paar Bilder von interessanten Leuten über Instagram & Co. unters Volk zu bringen und mithilfe von unzähligen #Hashtags die Trends der Saison anzupreisen. Parallel wird der eigene Blog online gestellt, mit den neuesten Fashion-Tipps, Selfies in unzähligen Outfits und den hipsten must have Accessoires der Saison. Man bekommt Geld für Online-Werbung, Tonnen von Designertaschen und Klamotten zum Testen und darf in der 1st Row die internationalen  Fashion Shows genießen. Gedanklich bin ich schon in Mailand, doch dann die ernüchternde Erkenntnis: Ich bin zu spät. Die Goldene Ära der Fashionblogger ist vorbei: http://nymag.com/thecut/2014/04/golden-era-of-fashion-blogging-is-over.html. Der Markt ist gesättigt, und wenn man sich bis jetzt mit seinem Blog nicht durchgesetzt hat, kann man es auch eigentlich gleich lassen. Ok! Akzeptiert! Dann muss also doch ein eigener YouTube Channel her!!

 

 

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Über den Autor

Manuela Mirzadeh war Pressesprecherin der E-Plus Gruppe. Am Standort Düsseldorf war sie Ansprechpartnerin für die Mobilfunkmarke BASE und verantwortlich für die Bereiche Marken und Produkte sowie digitale Lifestyle-Themen.