Bundesinnenminister Friedrich: Ein Cyber-War ist aktuell nicht möglich

Veröffentlicht am 11.10.2012

Was passiert bei einem Angriff auf das Internet? Bricht nicht nur dessen Infrastruktur sondern auch unsere komplette Gesellschaft zusammen? Und wie kann man sich gegen solche Angriffe schützen? Darüber diskutierten beim UdL Digital Talk Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Florian Holzhauer, CTO von Digital Pioneers.

Im März dieses Jahres drohte das Hackernetzwerk Anonymous damit, das Internet im Rahmen der komplett lahmzulegen. Auch wenn nichts dergleichen passiert ist, bleibt die Sorge bestehen: Wie können wir uns schützen, wie kann der Staat solche Angriffe verhindern?

Friedrich sieht Unternehmen in der Pflicht

Bundesinnenmister Friedrich sieht unter anderem Unternehmen in der Pflicht und fordert diese auf, Anzeichen für Cyber-Attacken zu melden. Insofern ist es für den Bundesinnenminister wichtig zu betonen, dass mittelständische Unternehmen für das Thema IT-Sicherheit sensibilisiert werden. Auch Provider sollen in Bezug auf IT-Sicherheit mehr Verantwortung übernehmen, indem sie etwa ihre Kunden fortlaufend über Gefahren wie Schadprogramme und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen informieren.

Holzhauer möchte kein Internet-Gesetz

Bundesinnenminister Friedrich sieht keine Anzeichen für einen Cyber-War
Bundesinnenminister Friedrich sieht keine Anzeichen für einen Cyber-War, Foto: E-Plus Gruppe
Holzhauer pflichtete dem Bundesinnenminister Friedrich an dieser Stelle bei und meinte, dass der Verbraucher mehr Transparenz benötigt, um die Zusammenhänge einer virtuellen Bedrohung besser einschätzen zu können. Gleichwohl sprach sich Holzhauer gegen eine spezialisierte Regelung für den virtuellen Raum aus: „Wir brauchen kein Internetgesetz. Auch in der analogen Welt, gibt es Menschen, die gegen Gesetze verstoßen.“

Bundesinnenminister Friedrich sieht zwar eine Gefährdung, wie sie von anonymen Hacker-Gruppen ausgeht, will diese aber nicht überbewertet sehen: „Ich glaube nicht, dass ein Cyber-War aktuell technisch möglich wäre.“

Wie aber vorgehen gegen Kriminalität im Netz? „Teile der Netzinfrastruktur liegen nicht mehr in europäischer Hand“, so Friedrich. Dies sei aber auch nicht nötig: „Wir brauchen keinen deutschen Router, aber das Know-How, TK-Infrastrukturen technisch zu verstehen.“ Holzhauer stimmte hier zu: „Der richtige Weg zu IT-Sicherheit ist keine nationale Produktion, sondern nationale Kontrolle“

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