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Beim Tech Open Air geht es auch darum, aus der Masse zu stechen.
Beim Tech Open Air geht es auch darum, aus der Masse zu stechen.
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Tech Open Air – Start-Ups zwischen Selbstverwirklichung und Profit

08

Aug
2013

Veröffentlicht am 08.08.2013

Manche nennen sie im gleichen Atemzug mit der legendären SXSW im US-Bundesstaat Texas, andere lehnen einen solchen Vergleich mit der US-Konferenz ab – wie auch immer man sie einordnen will, die Tech Open Air, die am 1. und 2. August in Berlin stattfand, gilt als einzigartige Netzwerk-Veranstaltung für die Berliner Start-Up-Szene. Die rund 800 Teilnehmer, die teilweise bundes- aber auch weltweit angereist waren, diskutierten ihre vielfältigen Geschäftsmodelle und Unternehmensideen im Kater Holzig und bei über 50 weiteren Satelliten-Events in der ganzen Stadt.

Noch ein weiter Weg bis zum Silicon Valley

Beim Tech Open Air geht es auch darum, aus der Masse zu stechen.

Dabei basiert ein großer Teil der Start-Up-Ideen auf der Einbindung sozialer Netzwerke, Bewertungsportalen oder sonstiger Sharing-Plattformen, denn die Nutzung des Internets und die Möglichkeiten der mobilen Kommunikation sind für die Community an dieser Stelle noch lange nicht ausgeschöpft. An Innovation mangelt es den Jungunternehmern selten, eher fehlt es mancherorts an der Einordnung der Geschäftsidee in den gesellschaftlichen Kontext, meinen Beobachter. Der Wille zur Selbstverwirklichung wohnt allen Gründern inne, doch natürlich soll auch der Lebensunterhalt damit verdient werden. Neben der Selbstinszenierung stand daher auch das Netzwerken mit Experten, Investoren und anderen Unternehmern im Vordergrund. Bis ins Silicon Valley reichen die Netzwerke wohl noch nicht – Jens Begemann, Gründer des Spieleentwicklers Wooga, schätzte das amerikanische Interesse an den besten Berliner Start-Ups noch immer sehr gering ein. Die US-Konferenz SXSW sei immerhin Inspirationsquelle, meint Veranstalter und Gründer Nikolas Woischnik.

Parteien wollen Gründerszene weiter fördern

Die Politik misst der Start-Up-Szene grundsätzlich einige Bedeutung bei, wie aus den Wahlprogrammen von CDU, SPD, FDP und den Grünen hervorgeht. Eher knapp und oberflächlich formuliert die FDP, Freiräume für Start-Ups schaffen zu wollen, indem man diese vor „überzogenen bürokratischen Anforderungen“ schützt. Etwas detaillierter beschreiben die Grünen ihre Vorstellung einer geförderten Gründerkultur. Die Unterstützung der Kreativ- und Internetwirtschaft müsse neu aufgestellt und den Anforderungen der IT-Wirtschaft angepasst werden, etwa durch flexible Arbeitszeitmodelle und Möglichkeiten der Mitarbeiterbeteiligung. Auch die CDU verspricht, Start-Ups durch Förderprogramme zu unterstützen und von der Bürokratie zu entlasten. Die SPD legt ihren Schwerpunkt auf die Kreativwirtschaft und fordert Existenzgründungsprogramme stärker für diese Gruppe zu öffnen und neben der Gründungs- auch die Wachstumsphase besser zu begleiten. Die multidisziplinären Entrepreneure beim Tech Open Air richten derweil keine konkreten Forderungen an die Politik, sondern fokussieren sich eher aufs „Brücken schlagen“, wie der Veranstalter der „Unkonferenz“ das Programm mit Livemusik, Workshops und Vorträgen zusammenfasst.

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