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Foto CC-By-SA 2.0 FlickrUser Francis Storr/ Titel: Bitcoin /Ausschnitte angepasst
Artikel

Online Währung:
Big Business mit Bitcoin

23

Jan
2017

Veröffentlicht am 23.01.2017

In riesigen Hallen irgendwo in Island stehen Reihen mit jeweils 10.000 und mehr Computern, die Rechenaufgaben lösen um Bitcoin zu produzieren, was in der Fachsprache „mining“ oder im deutschen auch „schürfen“ genannt wird. Über den langen Hallen bilden sich weiße, dicke Schwaden, wo die heiße Rechenluft mit den kühlen isländischen Winden kollidiert. Eine Million Euro im Monat beträgt die Stromrechnung des Unternehmens Genesis Mining, dem diese Hallen gehören, verrät der 27-jährige CEO Marco Streng. Es ist nicht das erste Unternehmen dieser Art und immer mehr „Big Business“ sieht eine Geschäftsmöglichkeit im Bitcoin.

Mehr Bitcoin, bitte

Foto CC-By-SA 2.0 FlickrUser Francis Storr/ Titel: Bitcoin /Ausschnitte angepasst

Derzeit sind Bitcoin-Einheiten im Wert von rund zwölf Milliarden Euro im Umlauf. Miner verifizieren Transaktionen und erhalten dafür Bitcoin. Je mehr Bitcoin genutzt wird, desto höher wird der Wert. Zuletzt machte die Kryptowährung Schlagzeilen, weil der Kurs zum Jahreswechsel auf über 1.160 Dollar pro Bitcoin anstieg – eine Wertsteigerung von 50 Prozent im Vergleich zu Anfang 2016. Als UdL Digital 2013 erstmals über Bitcoin berichtete, lag der Kurs bei 80 Euro pro Einheit. Charakteristisch für Bitcoin war immer schon, dass die Währung stark schwankt. Generell ist trotzdem ein stetiger Anstieg beim Wert und bei den Nutzern von Bitcoin zu verzeichnen.

Immer mehr Online-Händler, bekannte Firmen wie Microsoft oder auch Umweltverbände wie der BUND akzeptieren Bitcoin als Zahlungsmittel. Und auch in einigen „analogen“ Läden kann man Ware mit Bitcoin erwerben. In diesem Fall bezahlt man den Tee im Café, indem man über einem QR-Code Bitcoin von Smartphone zu Smartphone transferiert. Mittlerweile gibt es Automaten, die konventionelles Geld in Bitcoin umlegen sowie Bankautomaten, die Bitcoin annehmen und dafür Bargeld auszahlen. Vergangene Woche eröffnete die erste Bitcoin-Bank in Wien.

Ein Grund für den Wertanstieg ist die Begrenzung von Bitcoin, die der Gründer Satoshi Nakamoto damals in die Software schrieb. Sind 21 Millionen Bitcoin erreicht, wird die Produktion automatisch eingestellt. Am Tag dürfen maximal 1.800 Bitcoin geschürft werden.

Politische Debatte: Unabhängig vs. Unsicher

Bitcoin verspricht Gemeinschaft, basierend auf dezentraler Kontrolle und Open-Source Codes sowie Unabhängigkeit von Staaten und Banken, und damit auch schnelle und günstige Transaktionen. Mit dem Einstieg des Big Business – das Silicon Valley ist inzwischen mit dabei – und Spekulationen mit Bitcoin, werden manche der ursprünglichen Ideen derzeit auf die Probe gestellt. Kritiker warnen außerdem davor, dass die Online-Währung aufgrund der Anonymität des Zahlungsmittels Kriminellen für ihre Zwecke entgegenkommt. Auch die Wörter „Kapitalsteuer“ und „Umsatzsteuer“ tauchen immer wieder mal in der politischen Debatte um Bitcoin auf; das deutsche Finanzministerium fordert eine Besteuerung des gewerblichen Verkaufs von Bitcoin. Im Oktober 2015 entschied der Europäische Gerichtshof dann aber, dass Bitcoin von der Umsatzsteuer ausgeschlossen ist.

Die Europäische Zentralbank fordert derzeit, die gesetzliche Regulierung von Cyberwährungen in der EU zu verschärfen und vor allem virtuelle Handelsplattformen sowie den Umtausch von eGeld in Papiergeld zu regulieren. Denn nicht nur Bitcoin, sondern vor allem das dem Währungssystem zugrundeliegende Verfahren der Blockchain, das einen schnellen und sicheren finanziellen Transfer erlaubt, wollen sich Banken in Europa zunutze machen. Und so forscht auch die EZB nach den Einsatzmöglichkeiten für digitale Zahlungsmittel.

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Über den Autor

Elena Esnaola ist Repräsentantin Berlin und arbeitet im Bereich Government Relations bei Telefónica Deutschland.