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Jodel-App:
Anonymes Uni-Netzwerk liegt bei Studenten im Trend

08

Aug
2016

Veröffentlicht am 08.08.2016

Heute schon gejodelt? In Berlin macht das niemand, denken die meisten. Doch das stimmt nicht. Denn Jodel ist die neue Trend-App für Studenten. Sie könnte sogar Facebook, Whatsapp oder Snapchat ein paar Marktanteile in dieser Zielgruppe abjagen, weil Jodel so schön einfach ist. Außerdem bringt die App eine interessante neue Variante in das Social Networking: Bei Jodel kommuniziert man mit Gleichgesinnten aus seiner Umgebung, aber man bleibt dabei anonym. Zwar wird das Flirten dadurch erschwert, aber dafür gibt es immer etwas zum Lachen.

Die App kann eigentlich jeder nutzen, doch in einer Gruppe ist sie besonders beliebt. Auf nahezu jedem Campus in Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen anderen Ländern tun es die Studenten: Sie jodeln was das Zeug hält. Doch was soll das sein? Jodel ist eine App mit einem simplen Konzept, die in den vergangenen Monaten die Smartphones an den Universitäten erobert hat: bunte kurze Texte mit lustigen Sprüchen oder Fragen, die nur Personen im Umkreis von zehn Kilometern lesen können. Und das Ganze komplett anonym.

Upvotes und Downvotes: Community reguliert sich selbst

Die Benutzung der App für Android und iOS ist ganz leicht: Einfach herunterladen und loslegen, denn eine Anmeldung ist nicht nötig. Es erscheinen sofort die aktuellsten Jodel, also kurze Texte, die von Nutzern aus der Umgebung gepostet wurden. Sie leuchten in verschiedenen Farben und haben zwei Pfeile, mit denen man jeden Jodel bewerten kann. Ein Klick nach oben ist ein Upvote und wenn man den unteren Pfeil klickt, dann ist das ein Downvote. Die daraus resultierenden Punktzahlen werden dann zwischen den beiden Pfeilen angezeigt.

Die Jodel App ist bei Studenten beliebt.

Für seine Bewertungen bekommt jeder Autor sogenannte Karmapunkte. Für ein Upvote gibt es welche dazu und für ein Downvote werden Karmapunkte abgezogen. Sobald ein Jodel fünf Downvotes erhält, wird er automatisch gelöscht. Und das jeweilige Karma, das jeder Nutzer für seine Bewertungen bekommt, soll ausdrücken, wie viel Gutes der Autor für die Jodel-Community getan hat. Abgesehen davon hat das Karma eigentlich keine weitere Bedeutung. Außer, dass es anzeigt, wie gut die Jodel waren, die man bereits veröffentlicht hat.

Das Besondere an der Jodel-App: Weil die Autoren anonym sind, veröffentlichen sie sehr viele lustige Sprüche, Situationen aus dem Alltag oder auch persönliche Fragen. Spiegel online bezeichnete die Jodel deshalb schon als Nachfolger der traditionellen Klosprüche, mit denen Studenten bereits seit Jahrhunderten die stillen Örtchen an ihrer Alma Mater verzieren. Die Digitalisierung macht es möglich.

Manni und Justus-Aurelius: Immer etwas zum Lachen

In den Beiträgen geht es beispielsweise ziemlich oft um Manni, den fünfzigjährigen Busfahrer, der Mitglied des Racing-Teams seines Verkehrsverbundes ist und immer wieder versucht, mit seinem Bus neue Bestzeiten zu erreichen. Dafür fährt er rasant über rote Ampeln oder hält einfach nicht an, wenn eine Haltestelle kommt. Das führt zu seltsamen Situationen.

Sehr lustig sind auch die Sprüche über Lisa, die Grundschullehramt studiert und total im Stress ist, weil sie bis Montag noch zwei ganze Mandalas für ihre Hausarbeit ausmalen muss. Ihr ganzes Gegenteil ist der adelige Jura-Student Justus-Aurelius, dessen Vater sehr gut im Geschäft ist und ihn finanziell verwöhnt. So einen Snob trifft man selten. Doch bei Jodel ist er immer für einen Lacher gut.

Anonym und schnell: Besonders bei Studenten beliebt

Gleichzeitig werden auf Jodel auch oft Fragen zu persönlichen Dingen, über das Mensa-Essen oder die nächste Studentenparty gestellt. Die Antworten kommen ziemlich schnell. Und natürlich gibt es immer wieder Neulinge, die Jodel auch als Dating-App nutzen möchten, was aber wegen der Anonymität und des mangelnden Interesses der meisten Anwender nicht funktioniert.

Auf meinem eigenen Smartphone ist Jodel seit März installiert und seitdem sammle ich fleißig Karmapunkte. In den Pausen zwischen Vorlesungen oder zu Hause beim Ausruhen kann man sich gut die Zeit mit der App vertreiben oder selbst etwas jodeln. Besonders in Studentenstädten wird fast jede Minute ein neuer Beitrag veröffentlicht, sodass es immer etwas Neues zu lesen gibt.

Auf diese Weise ist Jodel inzwischen die Campus-App schlechthin geworden. Durch das Prinzip der Anonymität wird offen und frei über alles diskutiert, während Beiträge, die den anderen Nutzern nicht gefallen, per Downvote rausfliegen. Deshalb tauschen sich die Studenten auch oft über ernste Themen wie Politik oder die neuesten Ereignisse in ihrer Stadt aus, ohne dass die Diskussion aus dem Ruder läuft.

Die Jodel App ist bei Studenten beliebt.

Als Ersatz für Snapchat, Whatsapp oder Facebook taugt es weniger, weil die Kommunikation nicht persönlich ist und den direkten Kontakt mit Freunden nicht ersetzen kann. Aber Jodel knabbert natürlich am Zeit-Budget für diese Apps, denn die verfügbare Zeit für Smartphone-Nutzung ist nun einmal begrenzt. Insgesamt ist Jodel genau die richtige App für Studenten: Sie bietet Austausch, Spaß und News aus der Uni und ist einfach ein guter Zeitvertreib. Mit Jodel hat man immer etwas zu lachen, vor allem wenn die Vorlesung mal wieder langweilig ist.

Mehr Informationen:

Offizielle Jodel-App in den Stores
Google Play: Jodel für Android
Apple iTunes: Jodel für iOS

Inoffizielle App für Windows Phone
Microsoft Store: Wodel für Windows Phone

 

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