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Bundesländer Digital: Das sind die innovativsten Regionen Deutschlands

01

Jul
2019

Veröffentlicht am 01.07.2019

Die Innovationsleistung in Europa nimmt Fahrt auf und übertrifft erstmals die der Vereinigten Staaten. Das zeigen die Ergebnisse des “Innovationsanzeigers 2019” (EIS) der Europäischen Kommission, der jährlich die Innovationsfähigkeit der europäischen Staaten misst. Die Erhebung soll den Mitgliedstaaten helfen, ihre Innovationspolitik zu verbessern. Damit gehört Deutschland neben Finnland, Dänemark und Schweden zu den innovationsfreundlichsten Ländern der EU und reiht sich vor allem durch hohe Unternehmensinvestitionen in die Kategorie der “Strong Innovator” ein. Um die einzelnen Länder genauer unter die Lupe zu nehmen, wird der Index alle zwei Jahre um die “europäischen Regionen” ergänzt. Der “Regionale Innovationsanzeiger” (RIS) deckt 238 Regionen aus 23 EU-Ländern, Norwegen, Serbien und der Schweiz ab. Die innovativsten Regionen in der EU sind Helsinki-Uusimaa in Finnland; gefolgt von Stockholm und Hovedstaden, Dänemark. Doch welche Regionen sind in Deutschland am innovationsfreundlichsten?

Berlin auf Platz 1

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Erstmals gibt der Freistaat Bayern seine Position als Musterschüler in Sachen Innovationsfähigkeit ab – und zwar an Berlin. Die vibrierende Stadt an der Spree ist in Deutschland nicht nur führend, wenn es um Innovationen geht, sondern entwickelt sich immer mehr zum Motor des ökonomischen Fortschritts. Im vergangenen Jahr war die deutsche Hauptstadt die wachstumsstärkste Region des Landes. Das Bruttoinlandsprodukt stieg in Berlin um 3,1 Prozent, im Vergleich zu 1,4 Prozent bundesweit. Das dürfte nicht zuletzt an der florierenden Start-up-Szene Berlins liegen – wie es auch der RIS bestätigt.

“Die Mittel der EU-Kohäsionspolitik sind ein wichtiger Motor für Innovation und nachhaltige Entwicklung. Start-ups und kleine Unternehmen tragen zur Schaffung neuer Geschäftsmodelle im digitalen oder grünen Sektor bei”,

sagt die für Regionalpolitik zuständige Kommissarin Corina Crețu. Während in Berlin Kooperationen zwischen innovativen KMUs boomen, hinkt die Zusammenarbeit und Weiterentwicklung der KMUs in Oberbayern hinterher. Der Wettkampf findet jedoch auf hohem Niveau statt: Beide Bundesländer rangieren in der Kategorie “Innovation Leader +”, was der höchsten Kategorie des Indexes entspricht.

Wie innovativ sind die Länder der EU?

Betrachtet man die deutsche Innovationslandkarte, liegen die meisten Spitzenregionen in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Ansonsten schneidet der Westen der Republik stärker ab als der Norden, mit Ausnahme Hamburgs. Der Osten des Landes schneidet vielleicht insgesamt noch schlechter ab als der Westen, wartet aber neben Berlin, Dresden, Leipzig und Thüringen als innovationsstarke Regionen auf. Schaut man sich die bestplatzierten Regionen an, folgen hinter den Spitzenreitern Berlin und Oberbayern die Regionen Karlsruhe, Tübingen, Braunschweig, Stuttgart und Mittelfranken. Insgesamt gibt es zwölf Regionen, die als Innovationsführer eingestuft werden, 22 starke Innovatoren und vier moderate Innovatoren.

Der RIS ergänzt den EIS, in dem der Fokus auf die nationalen Innovationssysteme gelegt wird und diese bewertet werden. Während mit dem EIS eine jährliche Bewertung der Innovationsleistung der Mitgliedstaaten, aber auch anderer europäischer Länder und regionaler Nachbarn vorgelegt wird, werden Bewertungen der regionalen Innovationsleistung aufgrund eines allgemeinen Mangels an Innovationsdaten auf regionaler Ebene seltener vorgenommen und sind weniger detailliert. Mit dem RIS soll die Informationslücke mit statistischen Fakten zur Innovationsleistung der Regionen geschlossen werden. Verglichen mit dem EIS wird im RIS stärker auf die Leistung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) eingegangen. In Deutschland wurden dazu 38 Regionen untersucht.

Wie misst man Innovationsfähigkeit?

Die Regionen Europas wurden in regionale Innovationsführer (38 Regionen), regionale starke Innovatoren (73 Regionen), regionale moderate Innovatoren (98 Regionen) und regionale bescheidene Innovatoren (29 Regionen) unterteilt. Die Indikatoren sind fast identisch zu denen des EIS. Doch da es nicht für alle Indikatoren auch regionale Daten gibt, wurde nur mit 17 statt 28 Indikatoren gemessen. Untersucht wurde zum Beispiel die Innovationsfreundlichkeit des Standortes, die Attraktivität der Forschungssysteme oder die Investitionen des öffentlichen Sektors oder die der Unternehmen. Konkrete Innovationsaktivitäten spielen für die Vermessung der Innovationsfähigkeit ebenfalls eine Rolle: Produkt und Prozessinnovationen, Marketinginnovation, Eigeninnovation von KMUs, Verknüpfungen innerhalb der Unternehmen, Marken- oder Patentanmeldungen.

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Über den Autor

Elena Esnaola ist Repräsentantin Berlin und arbeitet im Bereich Corporate Affairs bei Telefónica Deutschland.