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Artikel

young+restless:
»Grenzen sind oft fließend und viele Jugendliche fühlen sich mit der Bedrohung allein gelassen«

25

Aug
2020

Veröffentlicht am 25.08.2020

Credits: Mitschnitt des Events auf YouTube || Ausschnitt bearbeitet

Von Klaus Rautenfeld

young+restless Breakfastclub bei BASECAMP ON AIR zum Thema Cybermobbing

Häufig verlagern sich persönliche Angriffe auf Jugendliche aus dem Analogen ins Netz. Dort gibt es für Cybermobbing »ideale Möglichkeiten«, berichtet Lukas Pohland. Der 15jährige Schüler half einer Mitschülerin, die im Netz gemobbt wurde und stellte dabei fest, dass Eltern, Schule und auch die Polizei dem Phänomen hilflos gegenüberstanden und es wenig Hilfsangebote für Betroffene gibt. Er ergriff die Initiative und gründete mit anderen die Cybermobbing-Hilfe als eingetragenen Verein in Schwerte.

Credits: Mitschnitt des Events auf YouTube

Video on Demand

young+restless diskutierte am 19. August als Breakfastclub über »Digitale Helden gegen Cybermobbing«. Neben Pohland dabei Lidia de Reese, als Medienpädagogin (M.A.) bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) in den Bereichen Medienbildung und Social Media tätig und Sheherazade Becker Projektleitung bei der TINCON, der Teenagerinternetwork Conference für junge Menschen zwischen 13 und 25 Jahren. Die Moderation übernahm Diana Scholl vom Mittelstandsverband BVMW.

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Der Graubereich bei Cybermobbing ist schwierig

Schwierig bei Cybermobbing ist zum einen der Graubereich, zwischen berechtigter Kritik und Meinungsaustausch hin zu Beleidigungen und im Extremfall Morddrohungen, betont Lidia de Reese. Zum anderen oft die Hilfslosigkeit, mit der das Umfeld von Betroffenen auf Cybermobbing reagiert. Eltern sollten wissen, wo ihre Kinder im Netz unterwegs sind und was ihnen dort an Gefahren begegnen kann, so die Medienpädagogin weiter. Häufig sind Mobbingattacken keine strafrechtlich relevanten Vorgänge – im Fall von Lukas Pohland etwa waren die Täter unter 14 Jahre und somit nicht strafmündig.

Online – Medienkomptenz muss gefördert werden

Damit Jugendliche Helden gegen Cybermobbing werden können, ist Präventionsarbeit notwendig und Online-Medienkompetenz muss in den Schulen ankommen und Schülerinnen und Schüler auf die Gefahrenlage hinweisen. Medienbildung sollte von den Akteuren mehr verzahnt werden, fordert de Reese. Eltern, Lehrer und Polizei sollten sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam an den verschiedenen Erfahrungen lernen.

Credits: Mitschnitt des Events auf YouTube

Die Tincon startete vor einigen Jahren, um Jugendlichen einen geschützten Raum zu geben, in dem das Digitale kein Neuland und Medienkompetenz mehr als ein Wort ist. Jugendliche zwischen 13 und 25 Jahren tauschen sich zu Themen aus und sollen sich als junge Generation »kreativ, politisch und digital« erproben und erleben können. Tincon-Projektleiterin Sheherazade Becker betont, dass bei Cybermobbing »die Beweissicherung extrem wichtig ist, um nachher etwas in der Hand zu haben!« Sie findet gut, dass die Politik sich inzwischen stärker mit dem Thema beschäftigt und es Bemühungen gibt, wie »Jugendschutz aktiv gestaltet werden kann.« In diesem Jahr steht die Novellierung des Jugendschutzgesetzes an, es passiere also durchaus etwas, allerdings »sehr langsam.«Das Internet »wird nicht verschwinden, wir müssen einen Weg finden, wie wir damit umgehen.«

Cybermobbing bleibt für Telefónica auch in Zukunft ein wichtiges Thema

Mit der FSM wird im September eine Webserie veröffentlicht, die junge Menschen für einen respektvollen Umgang im Netz sensibilisieren soll. Und sicher wird sich auch young+restless weiter mit den digitalen Heldinnen und Helden im Internet beschäftigen.

Credits: Mitschnitt des Events auf YouTube

Jugend.support meldet sich nach dem Event

Nach dem Breakfastclub meldete sich www.jugend.support – wie die TINCON – ein vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördertes Projekt Akteur in der Initiative »Gutes Aufwachsen mit Medien«.

jugend.support vermittelt Rat und Hilfe bei Stress im Netz für Kinder ab 12 Jahren und Jugendliche. Ihre heutigen Themen – Cybermobbing, Online-Belästigung, Hate Speech – sind 3 von 21 Themen, die dort ausführlich behandelt werden. Das Besondere: jugend.support dient als zentrale Anlaufstelle und als Verteilerkreis zur schnellen und passenden Hilfe. Durch die Zusammenarbeit mit den bekanntesten anerkannten Beratungsstellen in Deutschland können die Jugendlichen schnell weitergeleitet werden.

Somit müssen Jugendliche nicht erst selbst nach der richtigen Beratungsstelle suchen, sondern finden alle Ansprechpartner auf einer Webseite.

jugend.support bietet:

  • Hintergrundinformationen und Tipps zur Selbsthilfe, z.B. Einstellungen von Geräten und Profilen – passend zum jeweiligen Thema, sowie Informationen zu Meldemöglichkeiten direkt in den Diensten
  • eine Übersicht und Weiterleitung zu renommierten Beratungsstellen, die vertraulich und kostenlos helfen können
  • Informationen und Weiterleitung zu Internet-Beschwerdestellen
  • Tipps zum richtigen Verhalten im Notfall

Mit jugend.support steht Jugendlichen sowie Schulen und Jugendeinrichtungen eine gut sortierte Informationsquelle zur Verfügung, mit der wichtige Aspekte der Medienkompetenz vermittelt werden.

Weitere Informationen und Links zum Thema

Hilfe: 
Wenn ihr Opfer von (Online) Stalking oder Mobbing geworden seid, könnt ihr euch hier beraten lassen:
https://www.juuuport.de/beratung
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/cybermobbing/
http://www.opferhilfe-berlin.de/

Cyber-Mobbing Erste-Hilfe App für Jugendliche: www.klicksafe.de/service/aktuelles/klicksafe-apps/

Illegale Inhalte im Internet melden: www.internet-beschwerdestelle.de

Wenn ihr Euch um eure psychische Gesundheit sorgt, gibt es hier Hilfsangebote:
https://www.nummergegenkummer.de/
https://www.telefonseelsorge.de/

Elternguide.online – Kinder und Jugendliche bei der Nutzung von Apps, Spielen, Websites und sozialen Netzwerken begleiten

klicksafe: Informationen und Materialien für Pädagog*innen und Jugendliche  www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-mobbing/

TINCON-Talks: 

exclamo: digital gegen Mobbing mit exclamo
https://www.youtube.com/watch?v=GDQG5iCcbAA
Hatespeech vor Gericht bringen mit Y-Kollektiv und Christoph Hebbecker
https://www.youtube.com/watch?v=f9S1fdmn6Nk

TINCON Live: 

Hate Speech – was kann das deutsche Strafrecht wirklich? mit Sina Aaron Moslehi
https://www.instagram.com/tv/CBDJAJKHli8/?hl=de
Dick Pics (un)limited – Der Alltag mit Belästigung im Internet mit antiflirting2
https://www.instagram.com/tv/CBVxCS_Hv1_/?hl=de

Wir weisen darauf hin, dass bei unseren öffentlichen Veranstaltungen auch Bild- und Tonmaterial in Form von Fotos oder Videoaufzeichnungen durch von uns beauftragte oder akkreditierte Personen und Dienstleister erstellt wird. Die Aufnahmen werden für die Event-Dokumentation und Event-Kommunikation auf den Social-Media-Kanälen des BASECAMP genutzt. Sie haben das Recht auf Information und weitere Betroffenenrechte. Informationen zu unseren Datenverarbeitungen sowie Ihren Betroffenenrechten finden Sie hier.