UdL Digital Talk mit Brigitte Witzer und Katarina Witt: „Wir leben in einer Hasenfußgesellschaft“

Prof. Dr. Brigitte Witzer, Moderator Cherno Jobatey und Katarina Witt beim UdL Digital Talk, Foto: E-Plus-Gruppe
Veröffentlicht am 15.06.2011

Am 08. Juni 2011 fand im BASE_camp der fünfte UdL Digital Talk in diesem Jahr statt. Diesmal ging es um das Thema Change Management, über das Prof. Dr. Brigitte Witzer unter der Moderation von Cherno Jobatey zusammen mit Katarina Witt diskutierte. Letztere ersetze Christian Lindner, der aufgrund einer Terminkollision kurzfristig abgesagt hatte.

Prof. Dr. Brigitte Witzer, Moderator Cherno Jobatey und Katarina Witt beim UdL Digital Talk, Foto: E-Plus-Gruppe

Wie sich herausstellte, war dies für die Diskussion keineswegs von Nachteil, da das Thema Change – das spätestens seit Obamas Wahlkampf in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist – nun von zwei völlig unterschiedlichen Standpunkten aus beleuchtet und mit einer Vielzahl von persönlichen Erfahrungen verbildlicht wurde: So benannte Witt auch gleich zu Beginn der Debatte eines der zentralen Problemfelder des Themas, indem sie forderte, Wandel als Entwicklung zu verstehen. Häufig würden Change Management-Prozesse zu kurzfristig und vor allem nicht weitgreifend genug gedacht werden. Lässt man sich auf einen Wandel ein – sei es als Privatperson oder als Unternehmen – gehe es erst einmal darum, Stärken und Schwächen zu  identifizieren. Dieses falle laut Witzer häufig schwer, die Ursache dafür sei in der Angst vor Veränderung zu sehen, da der Umgang mit dieser in unserer Gesellschaft nicht gelernt werde – es komme dadurch häufig zu einer „Schockstarre“.

Die Frage, die sich stellt, ist also: Wie lässt sich die Angst überwinden? Hierzu gaben beide Diskutantinnen Handlungsempfehlungen: Für Witzer ist die Angst bereits der Weg – man müsse sie identifizieren, sie aushalten und im nächsten Schritt bereit sein, bewusst Risiken einzugehen. Witt stimmte ihr insoweit zu, als dass auch sie Angst als lähmend bezeichnete und dies mit Beispielen aus ihrer Sportlerkarriere untermauerte. Man sollte die Energie und Konzentration, die Ängste mitbringen, in eine Form der Aggression umwandeln und könne sie so in etwas Konstruktives drehen. Dabei – so riet Witzer – dürfe man sich nicht nur auf externe Ratgeber verlassen, sondern müsse vor allem aus seinem Erfahrungswissen schöpfen und ein gesundes Maß an Zuversicht und Vertrauen mitbringen – getreu dem Motto: Wer nichts probiert, erfährt nichts.

Bilder der Veranstaltung kann man hier sehen.

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