Online-Partnersuche: Daten, Dates und Datenschutz

Veröffentlicht am 13.03.2017

Ob Akademiker, Senioren oder Leute vom Land – das Internet bietet die gezielte Suche nach dem perfekten Date. Derzeit gibt es etwa 2.500 Online-Dating-Portale im deutschsprachigen Raum und im Jahr 2015 machten sie einen Umsatz von knapp 200 Millionen Euro. Jeder zweite Internetnutzer ab 14 Jahren glaubt sogar, im Netz die große Liebe finden zu können, ergab eine neue repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom.

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Nur sieben Prozent wollen nach eigenen Angaben „erotische Kontakte“ finden, die große Mehrheit (89 Prozent) der Befragten gaben an, im Web einen festen Partner zu suchen. Bei jedem Vierten klappt es: Er oder sie hat ihren derzeitigen Partner über Online-Börsen gefunden. Bei ebenso vielen ging eine im Netz gefundene Beziehung wieder auseinander.

Vorsicht beim Datenschutz

Für den richtigen Match geben Liebessuchende oft viele sensible und intime Informationen in den Online-Datingdiensten preis.

„Teilweise werden Nutzer sogar aufgefordert, bis zu 70 Angaben zur eigenen Person und der Partnervorstellung zu machen, wie z. B. Rauch- und Trinkgewohnheiten, Gewicht, Religionspraxis, Fitnesslevel, erotische Vorlieben und Erotiktyp“, schreibt das Bayrische Landesamt für Datenschutzaufsicht.

Zusammen mit Datenschutzaufsichtsbehörden von Baden-Württemberg, Berlin und Hamburg prüften sie 21 Portale und stellten erhebliche Mängel der Online-Partnerbörsen beim Thema Datenschutz fest.

Viele der Datenschutzbestimmungen, AGBs und Nutzungsbedingungen gaben demnach nicht hinreichend bekannt, welche personenbezogenen Daten erhoben und wie sie verwendet werden. Die Landesdatenschutzbehörden fanden außerdem, „dass nahezu alle Portalbetreiber Einblick in die Kommunikationsinhalte der Nutzer nehmen, d. h. bei Nutzer-Chats oder internem Nachrichtenaustausch. Dies bedeutet, dass ein Betreiber die Kommunikation der Nutzer untereinander im Portal mitlesen und auswerten kann.“ Im Hinblick auf Anfragen zu personenbezogenen Informationen bei den Anbietern, forderten viele der Partnerbörsen zu geringe Nachweise der Berechtigung dazu.

Stiftung Warentest stellte außerdem Probleme beim Löschen von Profilen fest. Von zwölf Anbietern verlangten vier eine schriftliche Kündigung, zwei Anbieter weigerten sich. „Durch geduldiges Nachhaken konnten wir schließlich die meisten Profile löschen“, heißt es in der Studie.

„Um von vornherein zu vermeiden, dass man an einen unseriösen Dienst gerät, sollte vor einer Registrierung oder Vertragsvereinbarung geprüft werden, ob Namen, Adresse, Rufnummer und ein Verantwortlicher im Internetangebot genannt sind“, rät die Verbraucherzentrale.

Auch das Kleingedruckte in den AGBs sollten Partnersuchende vorher genau ansehen.

Was sagen Daten über die Partnersuche?

Ganz legal und zum Zweck der Wissenschaft untersuchten Forscher der Queensland University in Australien Daten von knapp 42.000 Mitgliedern der größten australischen Online-Partnerbörse. Das Ergebnis der Studie: Die meisten Menschen suchen sich selbst im Netz. Wenn es um Alter, Persönlichkeit, Bildung und kulturellem Hintergrund geht, wollen Männer wie Frauen ähnliche Partner. Bei höher gebildeten nahm der Anspruch, Partner mit gleichem Bildungsstand zu finden, im Alter ab, bei weniger gebildeten nahm dieser Wunsch hingegen zu.

Die Studie zeigt, dass Online-Dating ganz neue Möglichkeiten bietet, Informationen zur Partnersuche und Partnerwahl zu erhalten. Darüber hinaus sagen die Autoren der Studie aber auch, dass Online-Dating die Partnersuche verändert – dadurch, dass dort eben diese Informationen wie Bildungsstand sofort zugänglich sind.

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