Lassen sich Themen der Entwicklungszusammenarbeit durch Serious Games transportieren?

Veröffentlicht am 17.08.2011
Wie können junge Menschen mit Social Media Anwendungen für Fragen der Entwicklungszusammenarbeit sensibilisiert werden? Diese Frage stand im Zentrum der Diskussion., Foto: E-Plus-Gruppe

Am Montag stellten Deine Stimme gegen Armut im BASE_camp ihr neues facebook-Spiel „SuperActivist“ vor. Dieses hat das erklärte Ziel, möglichst viele, vor allem junge Menschen auf das Thema Armutsbekämpfung aufmerksam zu machen, indem soziale Netzwerke zum Transport von Inhalten genutzt werden: Spieler müssen in einer virtuellen Stadt eine Reihe von Aufgaben meistern und dabei Stimmen gegen Armut sammeln. Das kann etwa mithilfe des „Polit Pongs“, bei dem man erfolgreich Thesen mit Politikern austauschen muss, oder per „Street Snapping“, bei dem in einer Fußgängerzone Unterschriften gesammelt werden, geschehen.

Entwickelt wurde das Spiel von Studenten der Medieninformatik und des Game Designs am gameslab. Die Herausforderung habe hierbei darin bestanden, das ernsthafte Anliegen der Aktion und den politischen Anspruch so aufzubereiten, dass es nicht beliebig wirke und gleichzeitig der Spielspaß erhalten bliebe, so Prof. Dr.-Ing. Carsten Busch, Leiter des gameslabs.

Nach der Präsentation und Live-Vorführung des Spiels wurde im Rahmen einer Paneldiskussion ganz grundsätzlich darüber gesprochen, wie junge Menschen mit Social Media Anwendungen für Fragen der Entwicklungszusammenarbeit sensibilisiert werden können. Unter der Moderation von Jan Lerch diskutierten dazu Dagmar Wöhrl, MdB und Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Bernd Pastors, Geschäftsführer des Medikamentenhilfswerks action medeor, Henning Müller, Projektkoordination SuperActivist und Lena Reiner, Aktivistin von „Deine Stimme gegen Armut“. Die Leitthemen waren dabei die Möglichkeiten der Vermittlung von Inhalten durch Edutainment im Social Web, die Erzeugung von Relevanz und sich daraus ergebende Chancen wie Grenzen.

Dagmar Wöhrl, MdB und Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, führte aus, dass soziale Netzwerke bei der Verbreitung von Nachrichten eine immer größere Rolle spielten. Sie brächten den Vorteil mit sich, dass man über sie  Personen erreichen und mit ihnen in den Dialog treten könne, die durch traditionelle Kommunikationskanäle nicht zu erreichen wären.

Ulrich Post, Vorsitzender des Verbandes Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen, stimmte diesem zu: Die Nutzung Sozialer Netzwerke im Internet sei für junge Menschen heute eine Selbstverständlichkeit. Deshalb wäre es naheliegend, dass auch Nichtregierungsorganisationen dort aktiv wären.

Für die Zukunft wäre es vorstellbar, Investoren aus dem Mittelstand für das Spiel zu gewinnen. Diese könnten dann einen bestimmten Punktestand der Spieler in Geld umwandeln und dieses an Hilfsprojekte spenden.

Wer SuperAktivist werden will, kann hier mitspielen.

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