Fußball-EM 2016: Meisterschaft der Analysedaten?

Veröffentlicht am 28.06.2016

Foto: shutterstock / twobee
Selbst beim Fußball kommt die smarte Analyse großer Datenmengen heute zum Einsatz. Das zeigen die Kollegen von UdL Digital in ihrem neuesten Artikel. Wer hätte gedacht, dass auch der Bundestrainer Joachim Löw darauf vertraut? Schon seit Jahren kooperiert er mit dem Software-Riesen SAP und dem Fraunhofer IIS bei der Vorbereitung wichtiger Turniere wie der Europameisterschaft in Frankreich. Wozu noch Krake Paul befragen, wenn sich das nächste Spielergebnis mit Daten von früheren Begegnungen berechnen lässt?

In jedem Fußballspiel fallen riesige Datenmengen an: Jeder Laufweg, Sprint oder Pass kann mit moderner Sensor-Technik erfasst werden. Die SAP-Datenbanktechnik Hana erlaubt blitzschnelle Analysen dieser Informationen, mit denen sich Antrittsgeschwindigkeit, Ballkontakte und das Tempo einzelner Spieler sogar in Echtzeit auswerten lassen. Daraus werden beispielsweise jene Heatmaps berechnet, die auch bei der Analyse in Fernsehen und Presse zum Einsatz kommen. Sie machen die Muster in dem Meer von Daten sichtbar und lassen damit erkennen, welcher Spieler torgefährlich ist.

Datenanalyse: Fußball-Erfolg planbar machen

Auch Bundesligavereine wie Bayern München oder die TSG Hoffenheim arbeiten mit solcher Technik. Dabei geht es nicht mehr um einfache Statistiken, die seit Jahrzehnten im Fußball erstellt werden, sondern um echte Optimierung des Gruppenspiels und der individuellen Performance der Spieler. „You cannot improve what you can’t measure“, dieser Spruch aus der Unternehmensberatersprache gilt nun auch im Fußball. Mehr Beispiele dafür liefert der Artikel von UdL Digital.

Doch vielleicht gilt bei der jetzigen Europameisterschaft auch eine andere bekannte Aussage. Sie ließ sich damals ebenfalls aus den Daten erkennen, aber sie wurde noch ganz ohne Rechenpower getroffen: Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen“, sagte der Stürmerstar Gary Lineker schon 1990. Nach dem gestrigen Ausscheiden von England und dem bisherigen Abschneiden der deutschen Mannschaft könnte das wieder einmal stimmen. Und die Datenanalyse hätte einen Teil dazu beigetragen.

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