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Artikel

DIVSI-Studie:
Die Jugend ist online

21

Mrz
2014

Veröffentlicht am 21.03.2014

„Offliner sind unter Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eher eine Seltenheit“, resümiert das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) in seiner U25-Studie. Dass diese Bevölkerungsgruppe zu den Onlinern gehört, ist nicht überraschend. Doch hinter dem Begriff Onliner verbirgt sich noch viel mehr, fanden die Forscher heraus. Sie identifizierten 7 äußerst verschiedene Internet-Milieus bei den jungen Studienteilnehmern.

Im Internet zuhause

DIVISI-Studie

Quelle: DIVISI

Die Mehrheit bilden die aktiven Onliner, für die eine intensive Internet-Nutzung selbstverständlich ist, auch Digital Natives genannt. Dazu gehören unbekümmerte Hedonisten, effizienz-orientierte Performer und digitale Souveräne. Die Unbekümmerten sind experimentierfreudige Internetnutzer ohne Berührungsängste, allerdings auch mit wenig Sicherheitsbedenken und Risikobewusstsein. Die Forscher ordneten die unterschiedlichen Milieus auch ihrem jeweiligen Bildungshintergrund zu. Demnach sind die unbekümmerten Hedonisten ausschließlich in der Unterschicht und unteren Mittelschicht vertreten.

Die pragmatischen Performer sind nach Angaben der Forscher leistungsorientierte und zielstrebige Internet-Profis, die digital vernetzt sowie konsum- und trendorientiert sind. Als digitale Avantgarde werden letztendlich die Souveränen bezeichnet, die mit einer ausgeprägten individualistischen Grundhaltung nach Unabhängigkeit in Denken und Handeln streben. Diese beiden Milieu-Typen verteilen sich gleichmäßig über Mittel- und Oberschicht. Sie wollen neue Erfahrungen sammeln, Grenzen überwinden und sehen ihre Grundhaltung in der Neuorientierung. Bei diesen Vertretern ist der kreative Gestaltungswille besonders hoch.

Im Internet zu Besuch

Die zweitgrößte Gruppe der Befragten sind die sogenannten Digital Outsiders, die aus internetfernen Verunsicherten und ordnungsfordernden Internet-Laien besteht. Sie folgen einer eher traditionellen Grundorientierung des Festhaltens und Bewahrens und finden sich eher im unteren bis mittleren Bildungsniveau wieder. Verunsicherte charakterisiert ihre Überforderung und Zurückhaltung und sie nutzen das Internet mit ausgeprägten, aber diffusen Sicherheitsbedenken. Dabei sind sie zudem stark analog-affin. Als vorsichtige Internet-Laien gelten Nutzer mit ausgeprägtem Risikobewusstsein und geringem Selbstzutrauen im Umgang mit Risiken. Von diesem Milieu geht nicht unbedingt die größte Innovationskraft aus.

Nur wenige Skeptiker im Netz

Die kleinste Gruppe der Digital Immigrants steht zwischen diesen beiden Milieus. Verantwortungsbedachte Etablierte und postmaterielle Skeptiker bilden hier den Kern. Versiert-zielorientierte Skeptiker zeichnet vor allem ihre kritische Grundhaltung zu Vertrauen und Sicherheit im Netz aus. Verantwortungsbewusste hingegen sind bodenständige, sicherheitsbedachte Internetnutzer, deren Netzwerk- und Konsumverhalten eher moderat ausfällt, während ihr Risikobewusstsein äußerst hoch ist. Letztere finden sich fast ausschließlich in der Oberschicht wieder.

Routine statt Ratschläge

Grundsätzlich ist die Toleranzschwelle bei jungen Menschen sehr hoch, was ungeklärte Fragen im Umgang mit dem Internet betrifft. Dabei schlägt die Unklarheit nicht in Misstrauen um, wie man es häufiger bei Älteren beobachtet. Demzufolge beeinflusst dies auch nicht ihre Nutzung von Online-Angeboten, dafür sorgen die Routine und die Bequemlichkeit. Als gängige Praxis betrachten die jungen Nutzer außerdem das Hoch- und Herunterladen von Inhalten wie Musik oder Filmen. Dass sie sich dabei in rechtlichen Graubereichen bzw. im illegalen Feld bewegen, ist einem Großteil der 9- bis 24-Jährigen durchaus bewusst.

Interessant ist die Tatsache, dass schon ein Drittel der 9 bis 13-Jährigen angibt, sich im Internet besser auszukennen als ihre Eltern. Das bedeutet gleichzeitig, dass die Eltern aus Sicht ihrer Kinder nicht als Ratgeber, etwa für Risiken in der Internet-Nutzung, geeignet sind. Die Lehrkräfte können dieses Missverhältnis an Fähigkeiten leider auch nicht wirklich ausgleichen. Ein Bedarf an vertrauenswürdigen und kompetenten Ansprechpartnern ist also gegeben, meinen die Forscher. Zukünftig können solche Angebote auf die speziellen Bedürfnisse und unterschiedlichen Grundorientierungen der jungen Menschen, wie sie das DIVSI formuliert, abgestimmt werden.

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