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Artikel

Der Wahl-O-Mat bekommt Gesellschaft

28

Aug
2013

Veröffentlicht am 28.08.2013

Mittlerweile muss man sich nicht nur zwischen diversen politischen Parteien entscheiden, sondern auch zwischen einer fast ebenso großen Auswahl an Online-Tools, die alle helfen wollen, die passende Entscheidung für die Bundestagswahl im September zu finden. Dabei setzen die meisten Wahlhilfe-Projekte im Internet auf dasselbe Format: Man konfrontiert die unentschlossenen Wahlwilligen mit diversen Thesen aus allen Bereichen des Lebens und präsentiert im Ergebnis die Überschneidungen mit den politischen Positionen der Parteien – meist in mehr oder weniger ansprechender graphischer Darstellung. Dieses Mittel soll den mündigen Bürgern helfen, die tägliche Informationsflut, aber auch die Inhaltsleere mancher Wahlplakate, besser einzuordnen und damit den Gang zur Wahlurne zu erleichtern.

Neuheiten der Meinungsfindungsindustrie

wahl-o-mat

Screenshot Wahl-O-Mat

Der aktuelle Wahlkampf ist von so vielen spielerischen Möglichkeiten der Informationsaufnahme umgeben wie noch nie zuvor. Ganz neu der Netzwelt entsprungen ist beispielsweise der Bundeswahlkompass, der bei der Wahlentscheidung den richtigen Weg weisen kann. Der Dschungel der politischen Landschaft Deutschlands soll durch die individuelle Einschätzung mehrerer Thesen zu verschiedenen Themengebieten gelichtet werden. Am Ende markiert ein roter Kreis die eigene Position zwischen den politischen Parteien auf dem Koordinatenkreuz von wirtschaftlich links bzw. rechts bis sozial progressiv bzw. konservativ. An dieser Stelle ist es der wählenden Testperson sogar erlaubt, die eigene Position nachträglich noch ein wenig zu justieren, indem relevante Thesen nach persönlichem Geschmack besonders gewichtet werden.

Ebenfalls neu in der expandierenden Landschaft der Online-Tools ist der Kandidatencheck von der Plattform abgeordnetenwatch. Beim Kandidatencheck gibt man die Postleitzahl des Wohnortes an und bekommt nach Bewertung von 24 Thesen eine Gesamtauswertung der Positionen von Kandidierenden im entsprechenden Wahlkreis. Sogar eine Begründung der Kandidaten, die eine These ablehnen, wird mitgeliefert. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass viele Wähler ihre Direktkandidaten und deren Standpunkte häufig überhaupt nicht oder nur sehr schlecht kennen.

Themenfokus und thematische Rundumschläge

Für alle Interessierten mit besonderen fachlichen Schwerpunkten gibt es inzwischen auch themenspezifische Tools: Der Netz-Radar der Projektplattform Internet & Gesellschaft Co:llaboratory stellt 14 netzpolitische Thesen aus dem Wahlprogramm der Parteien im Bundestag zum Vergleich. Hier bekommt man einen guten Einblick in die sprachliche Kreativität der Wahlprogramme – teilweise sind die Thesen in ihren Formulierungen kaum voneinander zu unterscheiden.

Wahl-O-Mat startet wieder durch

Eines der bekanntesten Tools, das sich für Wahlen zum Bundestag, aber auch auf Bundesländer-Ebene großer Beliebtheit erfreut, ist der Wahl-O-Mat. Die neue Version für die Bundestagswahl wird am 29. August freigeschaltet. Der Wahl-O-Mat ist ursprünglich eine Erfindung aus den Niederlanden. Dort erschien er erstmals 1989 noch als Papierversion, bevor er 1998 auch online nutzbar war. Seit 2002 darf die Bundeszentrale für politische Bildung das digitale Tool für Wahlen in Deutschland zur Verfügung stellen. Die Initiative traf hierzulande ebenfalls auf viel Anklang – seit 2002 wurde der Wahl-O-Mat nach eigenen Angaben etwa 24 Millionen Mal genutzt.

Auch auf europäischer Ebene haben die Wahl-Tools Einzug gehalten. Bei Vote Match Europe konnten die europäischen Wahlberechtigten schon zur letzten Wahl 2009 ihre Tendenz für eine politische Richtung und die entsprechende Fraktion im Europäischen Parlament herausfinden, indem sie ihre Zustimmung oder Ablehnung zu einer Reihe von Thesen äußerten. Das Projekt ist auch wieder für die anstehende Europawahl im Mai 2014 geplant und hofft, die europäischen Bürger für die Politik ihres Kontinents zu begeistern. Sich innerhalb von wenigen Minuten übersichtliche Informationen über die Parteiprogramme zu beschaffen, ist durch die vielen Online-Tools auf jeden Fall machbar geworden.

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