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Credits: Tobias Koch für meko factory
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Vorstellung der MSL-Umfrage:
„Public Affairs 2020“ bei BASECAMP Teléfonica Deutschland und „Young+Restless“

28

Sep
2020

Veröffentlicht am 28.09.2020

Credits: Tobias Koch für meko factory
Die Regierungskoalition hat in der Pandemie eindeutig an Zustimmung gewonnen. Dies zeigt die 19. Public-Affairs-Umfrage der Agentur MSL, die bei der Veranstaltung „Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit in Zeiten der Krise? Politikberatung im ‚neuen Normal‘“ am 22. September 2020 vorgestellt wurde. Waren im Jahr 2019 noch gut zwei Drittel der befragten Mitarbeiter*innen in den Kommunikationsabteilungen von Unternehmen und Verbänden mit der Regierung unzufrieden, so ist die Zustimmung im Krisenjahr 2020 auf 63 Prozent für die Note „gut“ gestiegen, sechs Prozent vergeben sogar ein „sehr gut“.

MSL, die international agierende, deutsche Beratungsagentur, hatte im Juli und August die Kommunikationsverantwortlichen in Unternehmen und Verbänden nach ihrer Einschätzung zum Regierungshandeln, zur Oppositionsarbeit und zum Kommunikationsverhalten der Parteien befragt. Vorgestellt und diskutiert wurden die Ergebnisse im „BASECAMP“ von Teléfonica Deutschland zusammen mit „Young+Restless“, dem „Netzwerk für Young Professionals“ der meko factory.

Credits: Tobias Koch für meko factory

Durch die Pandemie sei das Vertrauen in das Regierungshandeln sehr gewachsen, unterstrichen Christoph Moosbauer, MSL Managing Director, und Julia Fritz, die Organisatorin der MSL-Studie. Besonders auffällig ist dies auf dem Gebiet der Gesundheitspolitik, wo es bei 39 Prozent der Befragten ein „sehr gut“ und bei 59 Prozent ein „gut“ gab. Auch die Bereiche Wirtschaft sowie Arbeit und Soziales erfreuten sich guten Zuspruchs. Weniger Zufriedenheit zeigten die Befragten bei den Themen Bildung, Forschung, Technologie und Innovationen, Energie, Digitales oder Verkehr und Infrastruktur.

Die Corona-Krise hat die Kommunikation mit den politischen „Stakeholdern“ verändert. Philippe Gröschel, Head of Government Relations bei Teléfonica Deutschland, berichtete, es sei plötzlich erstaunlich einfach geworden, mit Ministerien Videokonferenzen zu verabreden. In den fünf Monaten des Lockdowns habe man mehr digitale Transformation erlebt als in den Jahren zuvor. Die Zahl der Dienstreisen sei sehr geschrumpft und durch andere Kommunikationswege ersetzt worden. Dass dies zumindest teilweise auch nach der Krise eine nachhaltige Veränderung hin zu mehr Video- und Telefonkonferenzen sein könnte, erwarten die Befragten der MSL-Umfrage sogar zu 88 Prozent. Auch Yola Kiwok vom Sustainability Department des Textilhändlers H&M zeigte sich erstaunt, wie viel digitale Kommunikation schon möglich sei.

Auf Nachfrage der Moderatorin Diana Scholl bezeichnete Christoph Moosbauer die gestiegene Bedeutung von Twitter und Instagram wie auch der Berufsprofil-Plattformen wie LinkedIn in der Öffentlichkeitsarbeit als auffallendes Ergebnis. Eva-Maria Kirschsieper, Director of Public Policy bei Facebook Germany, bestätigte den Aufstieg von Instagram: Es seien dort immer mehr Bundestagsabgeordnete engagiert. Axel Wallrabenstein, Chairman vom MSL Germany, erklärte die „völlige Umkehr der Bewertung der Regierung“ als überraschendes Ergebnis der neuen Umfrage, ebenso, dass bei der Online-Kommunikation besonders die Union so gut abschneide.

Das gute Bild für Angela Merkel habe ihn nicht überrascht, meinte Gröschel, die Kanzlerin könne Krise. Die schlechte Bewertung in den Zukunftsbereichen zeige aber, dass der Regierung zugetraut werde, „das Heute gut zu verwalten, den Drive in die Zukunft aber nicht zu schaffen“. Die FDP, so Moderatorin Scholl, propagiere eine Stärkung der Digitalisierungspolitik, bekomme in der Umfrage in diesem Bereich aber selbst keine guten Noten. Laut Kirschsieper sei in Politik und Gesellschaft trotz Verbesserungsbedarfs eine „angstgetriebene“ Zurückhaltung zu beobachten. Die Nutzung von Facebook und anderen Plattformen sei allerdings in der Corona-Krise deutlich angestiegen. Philippe Gröschel bemängelte, in der Digitalisierungspolitik neige man dazu, große Ziele anzukündigen wie das Stopfen aller Funklöcher bis 2021 oder die generelle Verbreitung von Glasfaser bis 2025, „die aber nicht richtig durchdacht sind“. Förderprogramme seien einerseits so bürokratisch, dass die vorhandenen Summen nur zu geringem Teil abgerufen würden, zum anderen animierten die Fördergelder die Anbieter der Branche zu technisch nicht begründeten Preissteigerungen.

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Und was bringt die Zukunft? Wallrabenstein tippte für das Wahljahr 2021 auf ein schwarz-grünes Regierungsbündnis, was in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung einiges bewirken könne und „meiner Partei helfen, den Weg in die Zukunft etwas besser und forscher zu gehen“. Kiwok kann sich ein neues nachhaltigeres Konsumverhalten vorstellen, das auch Reparaturen und Secondhand einschließe. Bei der Produktion werde die Aufmerksamkeit auf die Lieferketten steigen – wie sie hoffe, in Absprache mit den Unternehmen. Gröschel möchte, dass sich der Fokus von der Außenpolitik mehr auf die Innenpolitik und die Lebensbedingungen in Deutschland richten werde. Kirschsieper wies auf Facebooks „Smart Hero Award“ für nachhaltiges Wirtschaften hin und meinte, dass Social Media und solche prämiierten Vorbilder dafür einen guten Beitrag leisten könnten: „Die Krise eignet sich gut zum Umdenken.“

Autor: Susanne Stracke-Neumann

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