Video: Digital Masterminds mit Jaron Lanier

Veröffentlicht am 03.07.2015

„Wie wollen wir leben?“ – um diese Frage drehte sich alles in der zweiten Ausgabe von Digital Masterminds im BASE_camp von Telefónica Deutschland, der Plattform für renommierte Vordenker und Leader der digitalen Welt. Am 9. Juni diskutierte Jaron Lanier, Internetpionier, Bestseller-Autor und aktueller Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, mit Mathias Müller von Blumencron, Frankfurter Allgemeine Zeitung, über die Folgen der Digitalen Revolution und machte seine Kritikpunkte deutlich.

Den Videorückblick der Diskussion sowie Eindrücke vom Abend gibt es hier:

https://www.youtube.com/watch?v=RBG5axgZy1A

Laniers Kritik

Laniers Kritik richtet sich zum einen an Geschäftsmodelle von Internetkonzernen, da die starke Konzentration von Nutzerdaten bei einigen wenigen Unternehmen zu Missbrauch einlade und eine Gefahr für die Rechte des Individuums und die Demokratie sei. Zum anderen führte er die kommerzielle Nutzung personenbezogener Daten über das Kauf- oder Nutzerverhalten an, die das Konzept der Schwarmintelligenz ad absurdum führten: Die Individualität von Entscheidungen wird über die Nutzung von „behavioural data“ zu Verkaufszwecken korrumpiert und „die Schwarmintelligenz versagt, wenn die Menschen ihre Individualität verlieren“. Auch mit den Unternehmen der Sharing Economy geht Lanier hart ins Gericht, da Risiken für Nutzer und Anbieter enorme Gewinne der Unternehmen gegenüber stünden.

Demokratisierung des Internets als Notwendigkeit

Im Gespräch mit Mathias Müller von Blumencron stellt Jaron Lanier dann auch seine Ideen zur Demokratisierung des Internets und der digitalen Gesellschaft in den Vordergrund. Vieles sei vorstellbar, so seine Botschaft. Skeptisch steht Lanier allerdings einer umfassenden Regulierung durch die Politik gegenüber, denn diese könne leicht mehr Probleme schaffen als lösen. Auch von Plänen, die großen Internet-Konzerne zu zerschlagen hält er wenig. Lanier favorisiert vielmehr eine marktbasierte Lösung. Unternehmen sollten einfach für die Daten ihrer Kunden bezahlen. Dadurch käme auch in der digitalen Welt wieder ein wirklicher Tausch von Werten zustande. Bisher erhielten die Nutzer von Facebook und Co. für ihre Daten ausschließlich Zugang zum jeweiligen Netzwerk, während die Daten für die Unternehmen bares Geld wert sind.

Bei aller berechtigten Kritik, so Jaron Lanier, bleibe für ihn aber klar, dass die Digitalisierung für die Zukunft mehr Chancen als Risiken bereithält.

Mehr zum Abend gibt es im ausführlichen Look Back und in der Bildergalerie auf Facebook.

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