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Mobile Location-based Services für den stationären Handel

23

Mai
2014

Veröffentlicht am 23.05.2014

Am 08. Mai 2014 war es soweit – der 10te Mobilisten-Talk wurde im BASE_camp abgehalten. Das Thema diesmal: Mobile Location-based Services im stationären Einzelhandel. Mit von der Partie waren Daniel Enke, Büroleiter der Hauptgeschäftsführung beim Handelsverband Deutschland (HDE), Boris Lücke, Geschäftsführer Gettings, Hartmut Lösch, Vertriebsleiter und CSO für die match2blue Gruppe, Chris Scheuermann, der bei PayPal Deutschland für den Aufbau neuer strategischer Partnerschaften zuständig ist, und Sarik Weber, generalbevollmächtigter Gesellschafter in der Geschäftsleitung des deutschen iBeacon-Pioniers, der Yoints GmbH. Während Daniel Enke als Vertreter des stationären Einzelhandels auftrat, hatten alle weiteren Diskussionspartner die Gemeinsamkeit, dass ihr Unternehmen aktuell oder in naher Zukunft einen Location-based Service auf Basis der beacon-Technologie für den Handel anbietet.

Zukunftstrend Beacons

Zum Auftakt der Veranstaltung wurde den Zuschauern die beacon-Technologie anhand einer kleinen Aufwärmübung näher gebracht. Über im BASE_camp verteilte beacons (Sender) konnten dafür registrierte Smartphones (Empfänger), die sich in Reichweite des Senders befanden, identifiziert werden. Die identifizierten Smartphones erhielten daraufhin eine willkommen-heißende Push Nachricht. Doch die beacon-Technologie bietet noch mehr: Neben dem Anzeigen von Produktinformationen und Sonderangeboten, kann außerdem auch die Position des Empfängers im Raum errechnet werden, soweit sich der Empfänger in der Reichweite mehrerer beacons befindet.

Gläsererner Kunde?

Hier wurde in unserer Diskussionsrunde auch direkt der erste Vorteil für den Handel herausgearbeitet: Ballen sich zu viele Kunden an einem Ort, so können sie durch das Verschicken von Angeboten gezielt gesteuert und im Verkaufsraum navigiert werden. Auch ermöglicht es diese neue Technologie dem Handel, Kunden zu clustern und besser kennen zu lernen um auf aktuelle Bedürfnisse reagieren und eingehen zu können. Dabei behält der Kunde jedoch immer die Überhand, denn er ist derjenige, der steuern kann, was er erhält. Gerade im deutschen Raum ist dies ein wichtiger Faktor, da die Gesellschaft sehr sensibel mit dem Umgang ihrer Daten umgeht und die Befürchtung zum „gläsernen Kunden“ zu werden tief in den Köpfen verankert ist. Die beacon-Technologie sei eine gute Chance für den Handel um auf Frequenzrückgänge, die durch den online Handel zu Stande kamen, zu reagieren betonte Daniel Enke vom HDE, während Yoints-Gesellschafter Sarik Weber dies noch mit der Aussage untermalte, dass der Handel den Kunden durch spezielle Push-Angebote oder ähnlichem für den Wert seines Besuches belohnen und damit zurückgewinnen kann.

Handel muss Offenheit gegenüber Trends entwickeln

Doch noch tut sich der Handel schwer Location-based Services fest mit in die Marketingstrategie auf zu nehmen. „Der Handel muss Offenheit gegenüber Technologien entwickeln, Trends erkennen und diese nutzen.“ so Enke. Dabei gilt es Barrieren – wie die Abneigung gegenüber finanziellen Investitionen in Innovationen – zu überwinden. Hier versucht der HDE durch Aufklärungsarbeit einen neuen Blickwinkel zu schaffen. Gettings-Geschäftsführer Lücke merkte hier noch einen entscheidenden Punkt an: „Marken überholen den Händler.“ Durch den steigenden Einfluss der einzelnen Marken auf den Markt, können diese einen gewissen Druck auf den Handel ausüben und ihn so dazu bringen Location-based Services eine Chance zu geben.

Kundengewinnung durch Location-based Services

Ein Schritt in Richtung beacon-Technologie lohnt sich definitiv, denn mit 37 Millionen Smartphones in Deutschland ist knapp die Hälfte aller Deutschen in der Lage Location-based Services zu nutzen. Und so war es abzusehen, dass alle Beteiligten sich bei der Abschlussfrage „Sind beacons die Retter des stationären Handels?“ einig waren: Gekonnt eingesetzt und verantwortungsvoll genutzt, können beacons und Location-based Services dem stationären Handel wesentlich bei der Rückgewinnung von Kunden behilflich sein und ihn auf eine neue und innovative Schiene führen.

Wir weisen darauf hin, dass bei unseren öffentlichen Veranstaltungen auch Bild- und Tonmaterial in Form von Fotos oder Videoaufzeichnungen durch von uns beauftragte oder akkreditierte Personen und Dienstleister erstellt wird. Die Aufnahmen werden für die Event-Dokumentation und Event-Kommunikation auf den Social-Media-Kanälen des BASECAMP genutzt. Sie haben das Recht auf Information und weitere Betroffenenrechte. Informationen zu unseren Datenverarbeitungen sowie Ihren Betroffenenrechten finden Sie hier.

Über den Autor

Die Autorin hat unser Unternehmen zwischenzeitlich verlassen. Quandt war bis zum Mai 2015 Leiterin des BASE_camps und hatte in dieser Funktion maßgeblichen Anteil am Ausbau des Flagshipstores in Berlin-Mitte zum digitalen Kompetenzzentrum und Treffpunkt der Szene mit diversen Liveformaten.