Mobil durchs Netz: Migranten in der digitalen Welt

Veröffentlicht am 06.06.2011

Gemeinsam mit der Stiftung Digitale Chancen und in Zusammenarbeit mit Radio Metropol FM lud die E-Plus Gruppe am 30. Juni 2011 ausgewählte Experten aus Medien, Bildung, Politik und Gesellschaft zum dritten UdL Digital Roundtable ins BASE_camp ein.

Der UdL Digital Roundtable im BASE_camp
Foto: E-Plus-Gruppe
Mit dem UdL Digital Roundtable, der in regelmäßigen Abständen stattfindet, setzen sich die E-Plus Gruppe und die Stiftung Digitale Chancen dafür ein, die digitale Teilhabe und Medienkompetenz in der Gesellschaft zu fördern. Diesmal wurde der Frage nachgegangen, welche Rolle das Internet im Alltag von Menschen mit Migrationshintergrund spielt und welche Potentiale es für die Integration von Migranten bietet.

Zur Vorbereitung des Roundtables war unter www.alle.de/diskussionen eine zweiwöchige Onlinebefragung durchgeführt worden. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass 60 % der Teilnehmer das mobile Internet als einen Schlüssel zur digitalen Integration sehen. Sogar 62,5 % sind der Ansicht, dass location based services Migranten bei der Orientierung in ihrem Lebensumfeld unterstützen. Demgegenüber lehnt mehr als die Hälfte der Befragten die Aussage ab, dass Begriffe wie Mehrheitsgesellschaft und Zuwanderer im globalen Social Web keine Rolle mehr spielen. Hier zeigt sich, dass virtuelle und reale Lebensräume eng miteinander verbunden sind.

Festgestellt wurde zudem, dass die Online-Penetrationsrate der Migranten in Deutschland erstaunlich hoch ist – in einigen Altersgruppen sogar höher als bei der Mehrheitsgesellschaft. Dieser Wandel wird insbesondere durch Smartphones und das mobile Internet bewirkt. Denn: Partizipation wird einfacher, wenn sie zu jeder Zeit und von jedem Ort aus möglich ist.

Dies bestätigte bei der Veranstaltung auch Tamer Ergün Yikic von Radio Metropol FM: Türkische Menschen in Deutschland interessierten sich nicht nur für die Türkei, sondern auch für das, was in Deutschland passiere. Sie würden mehr wissen wollen und wären bereit, sich der Gesellschaft zugehörig zu fühlen. Nur die Wege seien oft schwierig – hier könne mobiles Internet unterstützen.

Die lebendige und aufschlussreiche Diskussion beim Roundtable hat gezeigt: Die Trennungslinie besteht im Netz nicht zwischen Migranten und Nicht-Migranten. Vielmehr haben Alter, Bildung und Medienkompetenz einen stärkeren Einfluss auf das Internetnutzungsverhalten als die ethnische Herkunft.

Für Migranten ist allerdings besonders wichtig, dass sie sich durch die Angebote im Netz individuell und kulturell angesprochen fühlen. Das Kommunikationsbedürfnis sei da, die Ansprache müsse für die jeweilige Zielgruppe angemessen erfolgen, was auch über die Sprache gehe, so Martin Reinicke von der E-Plus Gruppe.

Aus diesem Grund hat die E-Plus Gruppe mit Ay Yildiz eigens eine Mobilfunk-Ethnomarke ins Leben gerufen, die auf die Bedürfnisse der türkischen Kundengruppe zugeschnitten ist. Die Marke „aus der Community für die Community“ wird von Migranten besonders gut angenommen und schafft damit ideale Voraussetzungen für eine digitale Teilhabe am Leben in Deutschland.

Bilder der Veranstaltung kann man hier ansehen.

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