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Artikel

Mit smarter Vernetzung zum Klimaziel

23

Dez
2015

Veröffentlicht am 23.12.2015

„Dieses Abkommen ist unsere beste Chance, den einen Planeten zu retten, den wir haben“, lobte US-Präsident Barack Obama den Abschluss der Klimakonferenz in Paris. Auch für Chinas Chefunterhändler Xie Zhenhua ist das Ergebnis ein „großer Schritt vorwärts“. Nun geht es darum, die international vereinbarten Ziele in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Greenpeace wünscht sich von der Bundesregierung den Ausstieg aus der Kohleenergie, für den Bitkom hat dagegen die Digitalisierung großes Klimaschutzpotential. Insgesamt 20 Prozent CO2 ließen sich durch den Einsatz von IKT-Technologien bis 2030 einsparen, hat eine Studie der Global e-Sustainability Initiative errechnet.

#SMARTer2030 Klimastudie

Die Studie „#SMARTer2030“, die von Accenture Strategy erstellt wurde, hat nach CO2-Einsparpotentialen gesucht und acht Branchen gefunden, die besonders profitieren könnten, wenn die entscheidenden Akteure – Politik, Unternehmen und Verbraucher – auf Digitalisierung setzen. Der IKT-Einsatz könnte aber nicht nur dazu beitragen, das Klima zu retten, sondern auch noch die Wirtschaft ankurbeln. Die Studienmacher beziffern den wirtschaftlichen Mehrwert bis 2030 auf rund 11 Billionen US-Dollar pro Jahr.

Um den Zusammenhang zwischen angestrebtem Wirtschaftswachstum und unerwünschten Treibhausemissionen zu durchbrechen, kann bereits der Einsatz neuer Technologien in praktischen Alltagsfragen einen Beitrag leisten: Durch Videokonferenzen könnten viele Flugreisen vermieden und mit e-Health-Angeboten auch noch die eine oder andere Autofahrt zum Arzt gespart werden. Das wäre natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber wenn überflüssige Autofahrten entfallen und Menschen durch Verkehrsinformationen in Echtzeit, intelligente Routenplanung und dazu passendem Verkehrsmanagement schneller ans Ziel kämen, ließen sich allein im Bereich „Mobility & Logistics“ bis 2030 weltweit rund 3,6 Milliarden Tonnen CO2 vermeiden, sind die Studienautoren überzeugt. Auch der Energiesektor könnte seinen Beitrag durch eine smarte Vernetzung deutlich steigern und weltweit weitere 1,8 Milliarden Tonnen beisteuern.

Industrie 4.0 tut dem Klima gut

Das wäre ziemlich beachtlich, wenn man gegenrechnet, dass 2014 in Deutschland von Haushalten, Gewerbe, Industrie, Verkehr, Land- und Energiewirtschaft 912 Millionen Tonnen an Treibhausgasen ausgestoßen wurden. Die Länderanalyse zeigt, dass die acht untersuchten Sektoren – Energie, Gesundheitswesen, Gebäude, Wirtschaft und Arbeit, Ernährung, Bildung sowie Verkehr und Logistik in Deutschland insgesamt rund ein Viertel der derzeitigen Emissionen von rund 0,29 Milliarden Tonnen an Treibhausgasen einsparen könnten. Das größte Potential zur CO2-Minderung sieht die Studie in der „Industrie 4.0” und im Gebäudebereich – mehr als 60 Prozent könnten hier reduziert werden. In China könnten dagegen smarte Verkehrslösungen gepaart mit der Entwicklung einer Industrie 4.0 den größten Reduktionsbeitrag leisten. Wenn auch noch die anderen sechs Branchen mitziehen, könnten bis 2030 rund 2,21 Milliarden Tonnen Treibhausgase eingespart werden. Bei rund 10 Milliarden Tonnen in 2015 wäre das mehr als ein Fünftel. Weitere Länder, die im Vorfeld des UN-Klimagipfels besonders im weltweiten Fokus standen – wie Indien, Brasilien und die USA – werden ebenfalls nach Einsparpotentialen abgeklopft. Insgesamt sieht es also ganz gut aus – wenn die entsprechenden Investitionen kommen.

GreenIT macht Digitalisierung Klimafreundlich

Die IKT-Branche kann bei einer solchen Frage aber nicht nur mit dem Finger auf andere zeigen, sondern muss sich auch an die eigene Nase fassen: Berechnet wurde deshalb auch, wie sich der CO2-Fußabdruck der IKT-Branche entwickeln wird. Während der erste Bericht in 2008 noch von einem Branchen-Anteil von 2,7 Prozent an den weltweiten CO2-Emissionen bis 2020 ausging, blickt man 2015 zuversichtlich in die Zukunft: Bis 2030 soll der CO2-Wert unter 2 Prozent sinken. „Green IT“ ist das dazugehörige Schlagwort in Deutschland. Die Bundesregierung hat bereits 2008 eine entsprechende Initiative gegründet und beschlossen, den Energieverbrauch von IT-Lösungen künftig bei allen größeren Neuinvestitionen in die Beschaffungskriterien aufzunehmen. Im letzten Jahr konnte die Bundesregierung auch schon erste Erfolge verkünden, denn innerhalb von fünf Jahren hat sich der Stromverbrauch für die Informationstechnik in der Bundesverwaltung halbiert.

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