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Artikel

Lob und Kritik für die Digitale Wirtschaft

12

Mrz
2014

Veröffentlicht am 12.03.2014

„Der deutliche Anstieg von Investitionen und Beschäftigung in dieser Branche spiegelt die hohe Dynamik der Digitalen Wirtschaft wider. … Aber: In einigen Bereichen gibt es auch Nachholbedarf.“ Mit diesen Worten präsentierte Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Ende Februar den Monitoring-Report Digitale Wirtschaft 2013. Gemeinsam erstellt vom Institut für Markt- und Meinungsforschung TNS Infratest und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim beschäftigt sich der Bericht mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt. Er soll die Diskussion zwischen Politik, Unternehmen und Bürgern unterstützen und gilt als wichtiger Gradmesser für die Leistungsfähigkeit des IKT-Standorts Deutschland.

Gute Gründungskultur

Dem Bericht zufolge hat sich die Digitale Wirtschaft in Deutschland im Vergleich zu den 15 wichtigsten Standorten weltweit um einen Platz auf Rang fünf verbessert. Die IKT-Branche in Deutschland setzt jährlich 228 Milliarden Euro um, konstatiert der Bericht. In den Teilbereichen Markt und Infrastruktur erhält Deutschland eine bessere Platzierung als in den Bereichen der Nutzung, d.h. im Einsatz von neuen Technologien und Anwendungen von Bürgern, Unternehmen und Verwaltungen. Auch der Bereich Gründungen wurde untersucht. Demnach liegt die deutsche IKT-Branche mit 8,5 Prozent Gründungsrate bezogen auf den Unternehmensbestand in Deutschland deutlich vor den Vergleichsbranchen. Insbesondere IKT-Dienstleister, einschließlich Software, sind häufig an Gründungen beteiligt.

Quelle: BMWi

Ausbaubedarf bei Breitband und Exporten

Letztendlich werden einige Handlungsfelder identifiziert, in denen noch Aufholbedarf besteht. Es sei Aufgabe der Unternehmen und der Politik, die Exportorientierung der deutschen Digitalen Wirtschaft zu stärken, so der Bericht. International konkurrenzfähige Produkte und eine konzentrierte staatliche Unterstützung seien Grundbedingungen für den Erfolg der Digitalen Wirtschaft in Deutschland. Zudem müsse die Etablierung schneller Netze gelingen, um mit einer guten Infrastruktur die neuen, umfangreichen Anwendungen ermöglichen zu können.

Hinsichtlich der Exporte der deutschen Digitalwirtschaft sei im Vergleich der sonstigen Exporte ebenfalls noch Luft nach oben. Dies gelte für den Bereich Hightech-Produkte ebenso wie für die gesamte IKT-Hardware, die zwar leichte Fortschritte gemacht, aber dennoch eine negative Bilanz zu verbuchen habe.

Bedürfnisse von Nutzern und Arbeitnehmern berücksichtigen

Bei E-Government-Angeboten besteht in Deutschland noch Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Verständlichkeit der Angebote sowie bezüglich der bestehenden Datenschutzbedenken. Die Nutzungszahlen seien rückläufig, sodass auf die Unzufriedenheit der Bürger reagiert werden müsse.

Schließlich wurden auch die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung der Arbeitswelt untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass ein gesetzlicher Rahmen geschaffen werden müsse, „der einerseits den neuen Möglichkeiten und Chancen der digitalen Arbeit Rechnung trägt, andererseits aber auch die Anforderungen und Bedürfnisse der Arbeitnehmer berücksichtigt“. Grundsätzlich sei die Wirtschaftspolitik in der Verantwortung, Rahmenbedingungen zur Förderung von Wachstum, Innovationen und für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu schaffen, so die Autoren.

Der vorstehende Artikel erscheint im Rahmen einer Kooperation mit dem Berliner Informationsdienst auf UdL Digital. Aylin Ünal ist als Redakteurin des wöchentlich erscheinenden Monitoring-Services für das Themenfeld Netzpolitik verantwortlich.

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