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Die Digitalisierung im Straßenverkehr:
Selbstfahrende Autos – Traum oder Albtraum der nahen Zukunft?

20

Feb
2015

Veröffentlicht am 20.02.2015

Das Thema “autonom fahrende Autos” beschäftigt schon seit einiger Zeit die Automobilindustrie. Spätestens 2025 wollen die großen Automobilhersteller selbstfahrende Autos auf die deutschen Straßen schicken. Neben der Wirtschaft, Industrie und Forschung hat nun auch die Politik das Thema für sich entdeckt: So hat unser Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kürzlich eine erste Teststrecke auf der Autobahn A9 in Bayern angekündigt.

Bei der Thematik “selbstfahrende Autos” scheiden sich ein wenig die Geister. Die Gegner fürchten, die „Freude am Fahren“ zu verlieren und allein die Vorstellung, die Kontrolle über sein geliebtes Auto abzugeben, löst bei ihnen Schnappatmung aus. Außerdem sind noch viele Fragen nicht geklärt, wie zum Beispiel das Thema „Datenschutz“. Wem gehören denn am Ende des Tages die Daten, die mein Auto sekündlich sendet? Dem Hersteller oder dem Fahrzeugbesitzer? Was ist, wenn die Technik versagt und dadurch ein Unfall verursacht wird? Wer haftet – Hersteller oder die Versicherung?

Für die Befürworter von  autonom fahrenden Autos wird ein Traum wahr: Sie können sich endlich so fühlen wie einst David Hasselhoff in der Erfolgsserie der 80er: „Knight Rider“. Endlich hat man(n) seinen eigenen K.I.T.T. mit dem man(n) sprechen kann, der keine Widerworte gibt und der dich überall hinbringt, ohne dass du etwas machen musst. Es gibt zahlreiche Vorteile, die für K.I.T.T sprechen. Zum Beispiel die Reduzierung von Autounfällen durch Trunkenheit am Steuer, die ein selbstfahrendes Auto mit sich bringen würde. 2025 wird die Sprachsteuerung selbst einen lallenden Befehl erkennen und den alkoholisierten Autobesitzer sicher bis zu seiner Haustür fahren. Den Taxifahrern wird diese Entwicklung nicht gefallen. Ihnen sollte langsam klar werden, dass Uber nur der Anfang der digitalen Revolution im Straßenverkehr ist.

Sonntagsfahrer adé

Nüchtern und emotionslos betrachtet fallen einem zu dem Thema „autonom fahrende Autos” noch weitere Vorteile ein. Autofahrer, die viel auf Deutschlands Autobahnen unterwegs sind, kennen beispielsweise folgendes Phänomen nur zu gut: Bei einer dreispurigen Autobahn fahren die beliebten Sonntagsfahrer konsequent auf der mittleren Spur – vorzugsweise mit 100 km/h. Die rechte Spur bleibt, wie von Zauberhand, autofreie Zone. Im Allgemeinen merkt der Sonntagsfahrer sein Fehlverhalten nicht und fühlt sich auch nicht gestört, wenn er plötzlich hupenderweise von anderen Verkehrsteilnehmer links und rechts überholt wird. Er bleibt in seiner mittleren Komfortzone und lässt sich durch niemanden aus der Ruhe bringen. Das würde einem selbst fahrenden Auto nicht passieren. Und somit gäbe es keine Sonntagsfahrer mehr. Eine natürliche Verdrängung durch intelligente Technik würde stattfinden und das Aussterben der Sonntagsfahrer vorantreiben.

Zeitlichen Vorsprung durch Technik

Für alle Gehetzten, die ohnehin den ganzen Tag der Zeit hinterherlaufen, ist das Auto der Zukunft die Rettung. Einfach reinsetzen, Ziel mitteilen und während der Fahrt E-Mails beantworten, Telefonate am Handy führen, im Internet surfen oder kurz noch einmal das Make-Up auffrischen. Die verschwendete Zeit, die wir im Auto verbringen, um von A nach B zukommen, kann dann endlich sinnvoll genutzt werden. Oder wie AUDI es sagen würde: „Vorsprung durch Technik“.

Aber bis die autonom fahrenden Fahrzeuge flächendeckend durch die Straßen rollen, wird es indes noch etwas länger dauern. Experten sprechen davon, dass autonom fahrende Autos in größerem Stil erst zwischen 2035 und 2040 zum Einsatz kommen werden. Bis dahin sollten die eingangsgestellten Fragen geklärt sein und auch die Straßenverkehrsordnung neu geschrieben. Denn diese geht zurück auf die Wiener Straßenverkehrskonvention von 1968. Die besagt, dass Autofahrer die Kontrolle über ihr Fahrzeug behalten müssen. Sie müssen im Notfall jederzeit in der Lage sein, es selbst zu steuern.

Über den Autor

Manuela Mirzadeh war Pressesprecherin der E-Plus Gruppe. Am Standort Düsseldorf war sie Ansprechpartnerin für die Mobilfunkmarke BASE und verantwortlich für die Bereiche Marken und Produkte sowie digitale Lifestyle-Themen.